Nordliga KDK 2018 - einige persönliche Anmerkungen aus Sicht der Gruppe Nord

„Kraftdreikampf“ – der/die geneigte Leser/in weiß inzwischen, dass diese Sportart nicht nur etwas für sogenannte Kraftmeier ist, sondern eine unter dem Dach des Bundesverbandes Deutscher Kraftdreikämpfer e. V. geführte Sportart mit international geltenden Regeln, die von durchtrainierten Athletinnen und Athleten aktiv und bundesweit betrieben wird, zudem auch regelmäßig der aktiven Anti-Dopingkontrolle durch die nationale Anti-Doping-Agentur NADA unterliegt.

Festzustellen ist bundesweit, dass es - bedingt durch die Einführung des Classic/RAW-Wettbewerbs –eine nicht unerhebliche Steigung der Teilnehmerzahlen in allen drei Disziplinen des Kraftdreikampfes in letzter Zeit gegeben hat und aus meiner Sicht noch weiter geben wird. Die bisher dazu vorliegenden Zahlen sprechen eindeutig dafür.

Genau das stellt sich nun zumindest in der Gruppe Nord als ein Problem dar. Wir alle wissen, dass die Durchführung eines Kraftdreikampfes kein Selbstgänger ist, sondern ein Wettbewerb, der eine umfangreiche Vorbereitung mit sich bringt und einen nicht unerheblichen Material- und Personalbedarf vor und während des Wettkampfs erfordert. Das können oder wollen leider nicht mehr alle Vereine der Gruppe Nord, die Kraftdreikampf betreiben, aufbringen, so dass unter dem Strich derzeit nur noch ganz wenige Vereine bereit sind, sich einer solchen Herausforderung zu stellen.

Einer diese Vereine, die sich dieser Herausforderung in diesem Jahr gestellt haben, war der Verein Powerlifting Mühl Rosin e. V. in dem beschaulichen Ort Mühl Rosin, idyllisch belegen in unmittelbarer Nähe zur Barlach-Stadt Güstrow im Herzen von Mecklenburg-Vorpommern, umrahmt von Wäldern und Seen und verwaltungsmäßig geführt von einem engagierten Bürgermeister, der auch dem Kraftsport nicht abgeneigt ist.

Dieser Verein, der erst seit einigen Jahren in der Kraftsportszene engagiert ist, war in Ermangelung anderer „Interessenten“ spontan bereit, die Nordliga KDK 2018 ohne Wenn und Aber durchzuführen. Im Vorfeld wurde einvernehmlich festgelegt, dass dieser Wettbewerb ausschließlich im RAW-Modus und mit einer Mannschaftstärke von vier männlichen oder weiblichen Aktiven durchgeführt werden soll, um allen einen auch in der Zeit überschaubaren Wettbewerb zu ermöglichen. Zudem sollte auch der Charakter des Wettbewerbs „Nordliga KDK“ erhalten bleiben, nämlich das Heranführen von jungen und noch unerfahrenen Athlet/innen an den Kraftsport. Genau deswegen hatte sich die Gruppe Nord schon vor Jahren entschlossen, die Nordliga KDK als Nachwuchsliga einzuführen. Es ist selbstverständlich, dass die geltenden Wettkampfregeln einzuhalten sind, gleichwohl erscheint es mir hier und da wünschenswert, wenn diese mit Blick auf den Charakter der Nordliga mit einem gewissen vernünftigen Augenmaß ausgelegt und nicht „überstrapaziert“ werden.

Dem Verein PL Mühl Rosin e. V. ist das alles sehr gut gelungen. Unter Führung von Sebastian Kienast wurde am 30. Juni 2018 ein hervorragend organisierter Wettbewerb in einer schönen Sporthalle mit sehr guten Wettkampfbedingungen und Trainingsmöglichkeiten durchgeführt. Hier hatte sich auch die gute Zusammenarbeit der Vereine aus Mecklenburg-Vorpommern gezeigt. Jan Bast, der KDK-Vizepräsident KDK in Mecklenburg-Vorpommern, hatte die Vereine Herrnburger AV und Blau-Weiß Bergen gebeten, Mühl Rosin mit fehlendem Equipment zu unterstützen, was diese beiden Vereine auch spontan zugesagt hatten. Das ist nun leider nicht immer ganz selbstverständlich, umso mehr geht der Dank auch an diese beiden Vereine.

Erfahrene Veranstaltungssprecher (Kerstin-Klawitter-Thomsen und Jan Bast), geschulte Kampfrichter, gute Helfer/innen auf und neben der Plattform (Nicole Bast am PC, Eric Stockdreher  (HAV) als „Scheibensteckprofi“und sein Team) und ein schmackhaftes Catering drinnen und draußen sorgten bei sonnigem und warmen Wetter für eine sehr angenehme Atmosphäre. Dafür gebührt allen ein ganz herzliches Dankeschön.

Jan Bast und ich sind uns darin einig, dass es bestimmt nicht der letzte Wettkampf in Mühl Rosin gewesen sein wird. Ganz nebenbei bemerkt: Mühl Rosin wurde sportlich mit dem dritten Platz belohnt. Einen kurzen Bericht zum Wettkampfverlauf, geschrieben von der jungen Mannschaft aus Schleswig, hatte ich schon unmittelbar nach dem Wettkampf dem Online-Magazin zugeleitet.

Ich hätte es gern noch gesehen, wenn auch die NADA zu Anti-Dopingkontrollen erschienen wäre, wenngleich ich persönlich davon überzeugt bin, dass alle Sportler/innen am 30. Juni total „clean“ waren und es auch weiterhin sind. Das ist leider inzwischen nicht selbstverständlich, denn es gibt auch in diesem Jahr wieder bundesweit einige Unbelehrbare, die meinen, sie könnten durch Einnahme verbotener Mittel sportlich große Schritte nach vorn machen und dabei jede Ethik und Moral hinter sich lassen. Dieser Betrug, der den Kraftsport letztlich in die Nähe der Kriminalität stellt, kann in keiner Weise toleriert und muss intensiv bekämpft werden und zwar nicht nur durch regelmäßige Anti-Dopingkontrollen, sondern auch durch Präventivmaßnahmen des BVDK und der Landesverbände.

Ich denke, viele würden sich freuen, wenn wir uns bei diesem und jenem Wettkampf in Mühl Rosin wiedersehen würden. Mühl Rosin und der Verein PL Mühl Rosin sind die Reise allemal wert.

 

Jens-Uwe Bornhöft
Vorsitzender der Gruppe Nord

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de