KSV Mainz 08 siegt im Finale der Bundesliga 2018 mit neuem Mannschaftsrekord

Wieder einmal hatten sich die sechs stärksten Mannschaften Deutschlands am 26. Mai zum Endkampf getroffen. Dieses Mal wieder in der schönen Stadt Barth. Sven Lange und sein Team haben ja schon reichlich Erfahrungen beim Ausrichten von Endkämpfen gesammelt. So fanden die Athleten auch dieses Mal wieder beste Voraussetzungen vor und wurden durch Sprecher Jan Bast perfekt durch den Wettkampf geführt. Und für alle stand wieder einmal eine Cafeteria mit einem vielfältigen Angebot für den kleinen Snack zwischendurch zu Verfügung.

Bei diesem großartigen und spannungsvollen Finale wurden insgesamt 13 Deutsche Rekorde in den verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen verbessert. Die Jury hatte aber auch einiges an Arbeit und überstimmte das Kampfgericht mehrfach. Somit wurde es ein Härtetest auf dem höchstmöglichen Niveau für alle Athletinnen und Athleten. 

Leider hatte die KG Renchtal / Weinheim die Teilnahme auf Grund von Verletzungen abgesagt. Dafür durfte Sanssouci GYM Potsdam starten.

Der KSV Mainz 08 ging mit den zurzeit besten Heberinnen und Hebern Deutschlands, Sonja Stefanie Krüger, Kevin Jäger und Sascha Stendebach an den Start. Vierter im Bunde war Daniel Keil, der leider in der Kniebeuge schon durchfiel. Dafür konnten Sonja, Sascha und Kevin mit sehr guten Leistungen und mehreren Deutschen Rekorden glänzen. Auch wenn sie gemeinsam nur auf elf gültige Versuche und damit 1.724,09 Punkten, erreichten sie einen neuen Deutschen Mannschaftsrekord. Die höchste Punktzahl des Tages erreichte Sascha Stendebach mit 590,08 Punkten, der mit lediglich drei guten Versuchen diesen Wettkampf beendete. Sonja machte es gleich in der Kniebeuge spannend und brachte erst den letzten Versuch mit 222,5 kg in die Wertung. Auf der Bank dagegen gelangen ihr alle Versuche mit starken 160 kg. Im Kreuzheben gelang ihr dann die Steigerung um 20 kg nicht mehr von 180 kg auf glatte vier Zentner. Kevin Jäger legte seinen Fokus nach „Loch“ auf den deutschen Meisterschaften im Februar auf dieses Finale. Und im Kniebeugen konnte er dann auch überzeugen und 350 bzw. 380 kg in die Wertung bringen. Im Bankdrücken sicherte er die Wertung mit 330 kg ab, um sich dann zweimal vergeblich an einem neuen deutschen Rekord zu versuchen. Im Kreuzheben brachte er dann noch 280 kg in die Wertung. Damit kam er auf 990 kg im Total bei einem Körpergewicht von 132 kg.

Leider hat das Team vom SV Motor Barth mit Hannes Haase, Martin Lange, Eduard Tepper und Rene Groß es nicht geschafft den 10. Titel zu erringen. Mit 1.599,64 Punkten erzielten sie aber den zweiten Platz und zeigten das sie noch lange zur deutschen Spitze gehören. Eduard Tepper konnte wieder die meisten Punkte für die Vinetastädter sammeln. Stabile 300 kg in der Kniebeuge und im Kreuz wurden von 220 kg auf der Bank abgerundet und ergaben 549 Relativpunkte. Martin Lange zeigte lediglich zwei Wochen nach den Europameisterschaften nochmal eine starke Leistung und legte auf der Bank nochmal auf 262,5 kg zu. 917,5 kg im Total ergaben 543 Relativpunkte. Rene Groß konnte eine neue Bestleistung im Bankdrücken mit 305 kg für sich verbuchen und im Total mit 885 kg erstmals die 500 Punktemarke durchbrechen. Hannes Haase sprang für den verletzten Tobias Persen ein, der schon die Europameisterschaften aussetzen musste. Nur in der Kniebeuge musste er den letzten Versuch auf der Bühne lassen. Im Bankdrücken und Kreuzheben konnte er mit guten 192,5 kg und 255 kg überzeugen. Mit einem Total von 720 kg erreichte er 483 Relativpunkte, um die Mannschaft abzusichern.

Der SC Oberölsbach mit Tobias Zinserling, Christoph Seefeld, Marc Polster und Anja Schreiner erkämpfte sich den dritten Platz und bekam dafür die Bronzemedaille. Gastheber Tobias Zinserling erreichte mit 1015 kg das höchste Tagesergebnis und auch die drittstärkste Punktleistung aller angetretenen Athletinnen und Athleten mit 561 Relativpunkten. Christoph Seefeld steckten die Europameisterschaften noch deutlich in den Knochen. Trotzdem bewegte er im Kniebeugen nochmal 10 kg mehr als zu den Europameisterschaften und stellte seinen persönlichen Bestwert ein. Im Bankdrücken und Kreuzheben waren die Kräfte dann aber schon deutlich reduzierter. 260 kg auf der Bank und 290 kg im Kreuzheben waren das Maximum an diesem Tag. Dafür gab es aber immer noch sehr gute 522 Relativpunkte. Marc Polster fand nach einer mehr als durchwachsenen Vorrunde doch noch pünktlich in eine ansprechende Form. Der letzte Versuch im Kreuzheben ließ ihn dann aber noch an der 500 Punktemarke scheitern. Anja Schreiner ging mit einer Erkältung an den Start, konnte aber ihre Leistungen aus Pilsen bestätigen und die Mannschaft mit 474 Relativpunkten absichern.

Der vierte Platz ging an die Athleten vom KSV Essen 1888. Zum ersten Mal am Endkampf teilnehmend, erreichten Alexander Geitner, Yasar Kücük, Malte Fleissner und Stefan Rzehak mit 1.490,06 Punkte eine gute Mannschaftsleistung. Mit 930 bzw. 890 kg kratzten Malte Fleissner und Stefan Rzehak knapp an der A und B Norm der 120 kg Klasse und waren damit die stärksten Punktelieferanten beim KSV. Alexander Geitner machte es in die Kniebeuge spannend und bekam erst den letzten Versuch in die Wertung, machte dann aber auf der Bank und im Kreuzheben keinen Fehler mehr. 440 Relativpunkte waren das Resultat für die Mannschaft. Yasar Kücük sicherte die Mannschaft mit 414 Relativpunkten ab. Wenn die Mannen aus Nordrhein-Westfalen in Bestbesetzung antreten, ist auch hier eine Medaille in Sicht.

Sanssouci GYM Potsdam trat mit Ron Kronschwitz, Katja Broxtermann, Thomas Krziwda und Christian Flueras als Nachrücker an und kamen mit einer starken Mannschaftsleistung auf den fünften Platz. Junior Christian Flueras führte die Mannschaft mit 469 Relativpunkten an. Der eigentliche Mannschaftsführer Ron Kronschwitz bewegte 700 kg für 467 Relativpunkte. Katja Broxtermann sicherte sich abermals mit 460 kg im Total die B Norm der Klasse bis 72 kg, nebenbei ergab das 447 Relativpunkte für die Brandenburger. Thomas Krziwda konnte verletzungsbedingt die Bank nur mit 125 kg absichern und musste sich in Folge dessen mit 362 Relativpunkten zufriedengeben.

Ebenfalls zum ersten Mal nahm der SaV Erfurt am Finale der Bundesliga Kraftdreikampf teil. Mit einigen Personalsorgen traten sie trotzdem die Reise an die Ostsee an. Stärkster Heber war hier Marius Milla der einen deutschen Rekord in der Kniebeuge verbuchen konnte. Nach den geglückten 281 kg in der Kniebeuge gab es aber nur noch jeweils einen gültigen Versuch im Bankdrücken und Kreuzheben mit 160 bzw. 260 kg. Marie Hausschild kämpfte den zweiten Versuch über 190 kg in die Kniebeuge in die Wertung. 120 kg auf der Bank und 172,5 kg im Kreuzheben rundeten das Ergebnis von 482,5 kg und 474 Relativpunkten ab. Dritter im Bunde war dann leider schon Jannik Hinsch der RAW 392 Relativpunkte zusammenbrachte. Lukas Siegmund schaffte es leider keinen seiner drei Versuche in der Kniebuge in die Wertung zu bringen.

Mit dieser Veranstaltung haben die Barther den Athleten und Zuschauern einen hervorragenden Endkampf geliefert. Nächstes Jahr sehen wir uns dann zum Finale Ende Juni im Süden der Republik.

  

Marc Polster

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de