Caroline Garhammer-Vogt und Sascha Stendebach holen Bavaria-Cup

Landshuter Stemmclub-Damen und Renchtal-Herren gewinnen Mannschaftswertung. – 20. Teilnahme von Michaela Lässer-Walt und Michael Wimmer – Antonino Mirabile ist der 3000. Starter.

Caroline Garhammer-Vogt (Bavaria Landshut) und Sascha Stendebach (KSV Mainz 08) dominierten den 29. Bavaria-Cup im Kreuzheben in der Einzelwertung, die Damen des Stemmclub Bavaria Landshut sicherten sich erstmals den Mannschaftssieg und bei den Männern war Titelverteidiger KSV Renchtal erneut erfolgreich.

26 Cup-Rekorde geben einen Abriss dessen, was sich im Trainingscenter des Stemmclubs bei hochsommerlichen Temperaturen ereignete. Wie sehr sich auch spannende Begegnungen in den einzelnen Gewichts- und Altersklassen abspielten, der Fokus lag wie eh und je bei den Anwärtern auf den Gesamtsieg. Jede der vier Entscheidungen fiel eindeutig, aber auf dem Weg dahin gab es doch teils bemerkenswerte Entwicklungen.

Die Frauenwettbewerbe eröffneten die Nachwuchs- und Altersklassenheberinnen. Dagmar McSwain von der TG Landshut setzte als Beste der Altersklasse (AK) IV mit 97,4 Relativpunkten (RP) die erste „Duftmarke“, ihr folgte die Jugendsiegerin Sabrina Pauli (KSC Frauenau) mit 115 RP. Einen deutlichen Leistungsschub gab es durch die AK II-Siegerin Michaela Lässer-Walt (Bavaria Landshut), die 125 kg zog und 163,3 Zähler sammelte. Diese Marke wiederum löschte ihre Vereinskameradin Daniela Falck, die sich kurz nach ihrem sechsten WM-Rang auf unglaubliche 170 kg im Federgewicht der AK I steigerte und die Relativmarke auf 184,8 erhöhte. Die stärkste Leistung dieser Wettkampfgruppe zeigte die Juniorin Johanna Hübenthal (ESV Neuaubing) als sie 207,5 kg lupfte und sich mit 186,3 RP an die Spitze setzte, bevor die Aktivengruppe startete.

In dieser schien Vorjahressiegerin Caroline Garhammer-Vogt (Bavaria Landshut) mit Barbara Gapp (Outdoor Fitness Freistadt) eine starke Widersacherin zu bekommen, nachdem diese mit 162,5 kg ein höheres Startgewicht als die Landshuterin (160 kg) meisterte. Damit hatte sie 178,4 Punkte auf ihrem Konto – 0,02 mehr als die Titelverteidigerin. Dabei blieb es auch, weil ihre beiden Steigerungen auf 177,5 kg erfolglos blieben.

Unbeirrt ging Garhammer-Vogt ihren Weg, wenn auch die Renchtaler Bantamgewichtlerin Susann Cichon mit 160 kg die Neuaubingerin Hübenthal um 0,4 RP auf Rang drei verwies. Die Landshuterin nahm zielsicher 175 kg und lag damit bereits uneinholbar mit 195,11 RP in Führung, um dann abschließend mit 185 kg und 206,3 Punkten den dritten Bavaria-Löwen in Empfang zu nehmen.

 

In der Damen-Mannschaftswertung steigerte der Meister des letzten Jahres, Renchtal, die Rekordmarke auf 494,2 RP. Der Stemmclub Bavaria Landshut schrieb mit einem Traumrekord Cup-Geschichte. In der Besetzung Garhammer-Vogt, Falck, Lässer-Walt und Reichenauer verbesserten sie den Cup-Rekord um unglaubliche 72 Relativpunkte auf 554,4 Punkte. Oberölsbach wurde mit 471,9 RP Dritter.

Interessant sind auch die Etappen, die zum Gesamtsieg bei den Männern führten.

Der 81jährige AK IV-Heber Alexander Diepold (Puch) beeindruckte mit 105,5 RP. Josef Weiß aus Frauenau war in der AK III mit 136,65 erfolgreich und in der AK I legte Franz Dallinger (Salzburg) beachtliche 162,86 vor. Das „Sahnehäubchen“ der Altersklassen setzte aber der zweifache Gesamtsieger und Motor des KSV Renchtal, Mario Schnurr, mit 182,27 RP in der AK II. Da konnten weder der beste Jugendliche Michael Scholz (Oberölsbach/164,74), noch der Juniorenchampion Christian Flueras (Potsdam/169,7) Paroli bieten.

Im Leichtschwergewicht der Aktiven lieferten sich der Gesamtsieger des Vorjahres Martin Lux (Renchtal) mit Manuel Körner (Höllhöhe) ein bis zum letzten Versuch spannendes Duell, das Lux für sich entschied. Allerdings überrundete Körner seinen Kontrahenten in der Relativwertung (192,63) um 0,44, was ihn letztendlich in der Gesamtwertung auf Rang zwei schob.

 

Sascha Stendebach vom KSV Mainz 08 griff in der 93 kg-Klasse zur Hantel. Der große Favorit kam aber nicht nur nach Landshut, um seinen dritten Löwen „abzuholen“. Die erste Station seines Fahrplans: Gesamtsieg sichern. Das löste er lupenrein mit seinem Einstiegsversuch (340 kg) und den daraus resultierenden 213,59 Relativpunkten.

Zweite Station: 360 kg. Damit hätte er 226,15 RP erreicht und den seit 1995 bestehenden Uralt-Rekord des Italieners Giovanni Brunazzi (225,83) überboten. Vollkonzentriert zog er die ungeheure Last nach oben. Die Halle bebte, aber das Kampfgericht beurteilte den Versuch mit 2:1 ungültig. Unter enormen Kraftaufwand zog Stendebach den Eisenberg im dritten Versuch wieder nach oben – und wieder hatten zwei Kampfrichter was auszusetzen. Stendebach zeigte sich enttäuscht, weil er seinen „Fahrplan“ nicht fortsetzen konnte, aber er versprach wieder zu kommen, um dem Bavaria-Cup seinen „Stempel“ aufzudrücken.

 

Eine klare Angelegenheit war die Mannschaftsentscheidung der Männer. Mit deutlichem Vorsprung sicherte sich der KSV Renchtal (729,1) seinen vierten Titel in Folge und zog mit Bavaria Landshut und VfB Klötze gleich. Vizemeister wurde Neuaubing (692,88) vor Höllhöhe (685,36). Bavaria Landshut (653,81) landete auf Rang vier.

Streifzug durch die Gewichtsklassen:

Frauen (Jugend/Junioren)

Die Jugendkategorie war leider nur mit einer Starterin besetzt. Vorjahresmeisterin Sabrina Pauli (KSC Frauenau) sicherte sich erneut den Klassensieg bis 72 kg mit 102,5 kg.

In der Juniorengruppe fielen zwei Entscheidungen. Bis 72 kg lieferten sich Sandra Augustiniok (TG Landshut) und Sofia Walter (SC Oberölsbach) ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das letztendlich die WM-Siebte aus Niederbayerin bei Leistungsgleichheit (157,5 kg) aufgrund des leichteren Körpergewichts für sich entschied.

Ein enges Gerangel gab es auch um Bronze. Janine Oser (KSV Renchtal), die mit ihrer missglückten Steigerung im dritten Versuch ganz vorne mitmischen wollte, musste letztendlich Sonja Graumann (Forchheim/145 kg) mit 2,5 kg Vorsprung den Vortritt lassen.

Bis 84 kg bot die deutsche Meisterin Johanna Hübenthal eine „Eine-Frau-Show“ mit drei gültigen Versuchen und der höchstbewältigten Last, nicht nur im Nachwuchsbereich, sondern der ganzen Frauenwettbewerbe. Bereits im ersten Versuch stellte sie ihren eigenen Cup-Rekord ein, erhöhte dann auf 200 kg und meisterte schließlich 207,5 kg.

Frauen (Altersklassen)

In der Altersklasse leisteten sich die Athletinnen keinen einzigen Fehlversuch. Den Auftakt machte Dagmar McSwain (TG Landshut) in der AK IV. Die nach längerer Abstinenz wieder beim Kreuzheberturnier angetretene 12fache Weltmeisterin im Gewichtheben trug sich gleich dreimal mit 70, 80 und 85 kg in die Rekordliste ein.

Der für den Stemmclub Bavaria Landshut startende „Schweizer Kraftfloh“, Michaela Lässer-Walt, zog in der 52 kg-Klasse beachtliche 125 kg. Sie feierte mit ihrer 20. Teilnahme am Bavaria-Cup ein außergewöhnliches Jubiläum.Im Mittelgewicht (bis 72 kg) lupfte die Schrobenhausenerin Petra Dietmayr 137,5 kg.

Für ein Ausnahmeresultat sorgte in der AK I die frischgebackene WM-Sechste Daniela Falck (Bavaria Landshut). Die dreifache Gesamtsiegerin (2003, 2004, 2007) steigerte sich auf 170 kg – eine Leistung, die nach der WM-Strapaze kaum zu erwarten war und eine, mit der sie vor 15 Jahren (!) in der Aktivenzeit ihren ersten Bavaria-Löwen holte. Alle ihre drei Versuche (162,5 – 167,5 und 170 kg) bedeuteten neue Cup-Rekorde.

Frauen (Aktive)

Mit einem „Knaller“ eröffnete Fliegengewichtlerin Anja Schreiner (SC Oberölsbach) die Entscheidung in der Aktivenkategorie. Bereits im ersten Versuch stellte die Europameisterin im Bankdrücken ihren eigenen Cup-Rekord ein, um dann sofort mit 117,5 kg eine neue respektable Marke zu setzen.

Bis 57 kg sorgte Susann Cichon (KSV Renchtal) für eine weitere Rekordverbesserung. Mit 160 kg steigerte die nationale Titelträgerin ihre aus dem Vorjahr stammende Bestleistung um 2,5 kg. Katja Haindl (TG Landshut) belegte Platz zwei.

Sechs Kreuzheberinnen bewarben sich um den Klassensieg bis 63 kg. Die Einstiegsversuche zeigten, dass dafür nur Caroline Garhammer-Vogt (Bavaria Landshut) und Barbara Gapp (Outdoor Fitness Freistadt) in Frage kamen. Die Landshuterin startete aus Verletzungsgründen vorsichtig taktierend mit 160 kg, Gapp mit 162,5 kg. Garhammer-Vogt steigerte erfolgreich auf 175 kg, die Freistädterin auf 177,5 kg – und scheiterte. Gapp versuchte es erneut – auch dieses Mal ging der Versuch daneben. Damit war die Entscheidung zugunsten der Stemmclub-Akteurin gefallen, die als „Zugabe“ noch 185 kg nachlegte. Bronze ging an Cathrin Kugler (KSV Renchtal) mit 142,5 kg.

Um die Treppchenplätze bis 72 kg gab es einen spannenden Verlauf. Das Rennen machte schließlich die Frauenauerin Andrea Pauli mit 157,5 kg vor Manuela Hauß (Renchtal/152,5 kg). Die unermüdliche Kraftdreikampfchefin Bayerns, Rosina Polster (Oberölsbach), hob 150 kg im zweiten Versuch und startete am Ende mit 160 kg eine Attacke auf die Führende – der Versuch misslang, was zu Platz drei führte.

Die frischgebackene deutsche Meisterin im Kreuzheben, Heike Reichenauer (Bavaria Landshut), setzte sich im Leichtschwergewicht mit 147,5 kg gegenüber Hannah Döhrmann (ASV Neu-Ulm/145 kg) durch und im Schwergewicht sicherte sich die deutsche Doppelmeisterin Saskia Grandl (SC Wald) den Titel mit 147,5 kg.

Männer (Altersklassen)

Aus welchen Gründen auch immer gab es im Vergleich zum Vorjahr den bedeutsamsten Rückgang der Teilnehmerzahlen in den Altersklassen der Männer.

Es waren zwar vier Altersklassen besetzt, leider starteten die meisten Bewerber im Alleingang in ihren Gewichtsklassen - bis auf eine Ausnahme in der AK I. Dennoch hatte das Publikum große Freude mit der spürbaren Hingabe der „älteren“ Herren zum Kraftsport.

Eine Augenweide war der Auftritt des 81jährigen Alexander Diepold (KSC Puch) in der AK IV, der im Leichtgewicht 132,5 kg bezwang. Der amtierende österreichische Meister Werner Strohofer (PSV Salzburg) stellte im Mittelgewicht der AK III mit 167,5 und 180 kg neue Cup-Rekorde auf und erhöhte seine aus 2016 stammende Marke (165 kg) beträchtlich. Josef Weiß vom KSC Frauenau, deutscher Meister 2018 und WM-Dritter 2017, präsentierte sich fehlerfrei im Mittelschwergewicht mit 210 kg. 290 kg zog Österreichs Meister im Superschwergewicht, Franz Dallinger, und Alfons Räß (HSC Pfatter) verteidigte bis 93 kg seinen Titel mit 250 kg. Beide boten die besten Relativwerte der AK I.

Drei Gewichtsklassen waren in der AK II besetzt. Bis 66 kg griff mit Michael Wimmer (TG Landshut) einer der unermüdlichsten Wirker um den bayerischen Kraftsport wieder erfolgreich zur Hantel. Mit zwei Versuchen und 170 kg holte er einen weiteren seiner zahllosen Siege, die sich in 39 bayerischen und 11 deutschen Meistertitel krönen. Zudem feierte er auch seine 20. Teilnahme am Bavaria-Cup und unterstrich damit seine Treue zu dieser Veranstaltung. Bruno Walt vom Stemmclub Bavaria Landshut gewann mit 230 kg seinen vierten Klassensieg bis 83 kg.

Im 52. Lebensjahr stehend, zeigte sich Renchtals Chef Mario Schnurr bis 93 kg in unglaublich guter Verfassung. Der 6fache Welt- und 11fache Europameister ist mit seinem 18. Start beim Bavaria-Cup zu einer festen Größe des internationalen Turniers geworden – und er vollbringt Top-Leistungen. Diesmal begeisterte er das Publikum wie schon so oft mit tadellos gezogenen 290 kg.

Männer (Jugend)

Mit sieben neuen Bestmarken wirbelten die Jugendheber die Cup-Rekordlisten kräftig durcheinander. Los ging es mit Julian Mair (KSV Reutte), der bis 74 kg die sieben Jahre alte Marke von Marius Milla (KSV Langen) löschte und um 2,5 kg auf 212,5 kg erhöhte.

Gleich zweimal knackte der Oberölsbacher Michael Scholz als 83 kg-Champion mit 230 und 245 kg den bestehenden Rekord und er fand weitere willige „Nachahmer“. Mittelschwergewichts-Sieger Simon Bayerl (Schrobenhausen) trug sich mit 225 und 240 kg in die Liste ein und in der Klasse bis 120 kg steuerte Till Kruse (SV Quitt Ankum) 232,5 und 242,5 kg schwere Bestmarken bei.

Männer (Junioren)

172,5 kg wurden für den Juniorensieger bis 59 kg, Benedict Vetter (SV Fellbach), notiert. Das bedeutete neuen Cup-Rekord, genauso wie seine vorangegangenen Hebungen mit 160 und 170 kg. Simon Kutschlechner (KSV Reutte) setzte sich bis 66 kg mit 165 kg an die Spitze, ebenso Johannes Fischer (HSC Pfatter) im Mittelgewicht mit 205 kg.

Bis 83 kg gewann Dennis Glok vom VfB Friedrichshafen mit 227,5 kg. Vize wurde Thomas Geserer (HSC Pfatter) mit 225 kg. Unverständlich dabei seine unnötige Steigerung auf 232,5 – 230 kg hätten für den Sieg auch gereicht. Knappe Entscheidung um Bronze: Michael Holzapfel (Höllhöhe) schob sich mit 215 kg vor Lucas Hohenbichler (TSG Augsburg/210 kg).

Überlegen entschied der deutsche Meister Christian Flueras aus Potsdam das Mittelschwergewicht mit 270 kg. Marco Frey (Bavaria Landshut/255 kg) und Niklas Lapinske (SV Quitt Ankum/240 kg) mussten sich mit Silber und Bronze abfinden. In der Klasse bis 105 kg ließ der Schrobenhausener Marcel Sigl mit 250 kg nichts „anbrennen“, wie auch im 1. Superschwergewicht Christian Lamper aus Neuaubing mit 275 kg.

Männer (Aktive)

Für die einzigen zwei Cup-Rekorde im Aktiven-Wettbewerb sorgte der Salzburger Christof Reitinger. Der zweifache Staatsmeister steigerte mit 180 und 190 kg die bestehende Notierung beträchtlich.

Im Mittelgewicht feierte der Renchtaler Antonino Mirabile einen „Doppelerfolg“. Einerseits gelang ihm der Klassensieg mit 242,5 kg vor dem Salzburger Thoralf Eichmair (230 kg) und Mario Sagawa (ASV Neu-Ulm/202,5 kg), andererseits war er der 3000. Starter beim Bavaria-Cup.

Nach den Vorjahresresultaten war Martin Lux (Renchtal) Favorit in der 83 kg-Klasse. Von den in der Meldeliste genannten Athleten spielten „lediglich“ Manuel Körner (Höllhöhe) und Jakob Schuhmacher (Neuaubing) eine Rolle, schienen aber nach der Platzierung 2017 (4. bzw. 7. Platz) nicht so gefährlich zu werden. Die Situation war mit der Angabe der Startgewichte und dem ersten Durchgang eine völlig andere. Der Neuaubinger startete mit 260 kg, Lux patzte mit 265 kg und Körner hob 270 kg. Schuhmacher absolvierte seine Dreierserie und schloss sie mit 280 kg ab. Lux bekam 272,5 kg in die Wertung, Körner 285 kg. Der Renchtaler konterte gültig mit 287,5 kg. Was tat Körner? Er steigerte auf 300 kg – und die gingen daneben. Damit verteidigte Martin Lux seinen Titel vor Körner und Schuhmacher. Aber auch hier stellt sich die Frage zum Steigerungsverhalten von Körner: Worum ging es ihm? Für den Klassensieg wären 290 kg ausreichend gewesen!

Am Klassensieg im Mittelschwergewicht gab es nach Eingang der Meldung von Europameister Sascha Stendebach aus Mainz keine Spekulationen. Wenn auch seine 360 kg zweimal keine vollständige Anerkennung des Kampfgerichts fanden, zeigte doch sein Umgang mit der Hantel, welche Potentiale in ihm stecken. Selbst die 340 kg als Siegerleistung besitzen einen enorm hohen Stellenwert beim Bavaria-Cup. Schließlich gibt es nur ihn selber, der in dieser Gewichtsklasse mit 342,5 kg im Jahr 2015 jemals mehr gehoben hat. Und mit 360 kg steht nur Mykola Grapp (Ankum) in der Klasse bis 105 kg als Rekordhalter seit 2016 zu Buche, abgesehen vom legendären Giovanni Brunazzi, der nach der alten Gewichtsklasseneinteilung die gleiche Last 1995 in der Klasse bis 82,5 kg nach oben wuchtete und Martin Muhr als Bezwinger der Maximallast mit 365 kg. Das weitere Edelmetall bis 93 kg ging an den erstmals in das Aktivenalter aufgerückte Julian Schnurr (Renchtal) mit 280 kg und Stefan Pagelsen (TG Landshut) mit 260 kg.

Einen tollen Sieg erarbeitete sich Viktor Prokop vom Landshuter Stemmclub bis 105 kg. Der letztjährige Juniorenmeister konnte erstmals als Aktiver mitmischen und eroberte mit 290 kg und großem Vorsprung den Sieg. Schade, dass 300 kg knapp daneben gingen. Auf den nachfolgenden fünf Rängen hatte jeder die Chance auf einen Treppchenplatz. Schließlich führte ein wildes Steigern aber dazu, dass sich Patrick Kaindl (TSG Augsburg) deshalb auf Platz zwei behaupten konnte, weil er ohne Fehlversuch 240 kg unter Dach und Fach brachte. Patrick Klostermayer (Schrobenhausen/240 kg) war der Glückliche unter den Pechvögeln, der noch Bronze ergatterte, vor dem leistungsgleichen Florian Heissler aus Neuaubing.

Eine starke Präsenz zeigte Sebastian Kaindl (Neuaubing) bis 120 kg. Über 290 und 305 kg steigerte er sich auf 320 kg und verwies Florian Meißner und Dominik Laumer (beide Höllhöhe) mit 292,5 kg bzw. 280 kg auf Platz zwei und drei.

Das abschließende Superschwergewicht endete mit einer Patt-Situation, bezogen auf die Leistung. Jewgenij Kondraschow (KSC Puch) und Titelverteidiger Christoph Würflinger (PSV Salzburg) hoben jeweils 312,5 kg – Sieger wurde aufgrund des leichteren Körpergewichts der zweimalige Gesamtsieger aus Oberbayern.

Ehrung verdienter Sportler

Im Rahmen der Veranstaltung nahm der Vizepräsident des Bayerischen Gewichtheber- und Kraftsportverbandes (BGKV), Michael Wimmer, zwei Ehrungen für verdiente Sportler vor, die sich mit langjährigen außergewöhnlichen Erfolgen das Ansehen des Kraftsports nicht nur in Bayern, sondern über ihre Grenzen hinaus erwarben: Daniela Falck und Klaus Semskij (beide Stemmclub Bavaria 20 Landshut).

 

Kampfgerichte im Einsatz

Folgende Kampfgerichte kamen beim 29. Bavaria-Cup zum Einsatz: Gruppe 1: Hauptkampfrichter (HKR): Andreas Weinmann (Bavaria Landshut), Seitenkampfrichter (SKR): Maximilian Ernst (TSG Augsburg) und Sacha Obermeier (KSV Höllhöhe); Gruppe 2: HKR: Johann Goldstein (ACO Schrobenhausen), SKR: Tobias Nothaft (SC Wald) und Günther Salbeck (SC Wald); Gruppe 3: HKR: Sonja Graumann (AC Bavaria Forchheim), SKR: Katja Haindl (TG Landshut) und Manuela Hauß (KSV Renchtal); Gruppe 4: HKR: Josef Weiss (KSC Frauenau), SKR: Rolf Bigge (ESV Neuaubing) und Veronika Kondraschow (KSC Puch).

  

Dr. Karl Greiner

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de