Bericht zu den Westeuropameisterschaften in Blanquefort, Frankreich

Am 13. und 14. September gingen insgesamt 15 Frauen und 44 Männer beim WEC an den Start. Für das Deutsche Team begann der WEC erst einmal mit etwas Turbolenzen, da die Unterbringung bei weitem nicht dem entsprach was die Organisation dafür verlangte. Ein Umzug an einem Wettkampftag, an dem fünf deutsche Athletinnen und Athleten starten, wollte ich unseren Leuten nicht zumuten, daher einigten wir uns auf eine Halbierung des Hotelpreises. Somit konnten wir uns nun auf den Wettkampf konzentrieren.

In der ersten Gruppe gingen unsere beiden Mädels an die Hantel.

Klasse bis 47 kg – Catrin Resch

 

Catrin Resch zollte der Gewichtsreduzierung ihren Preis. Sie konnte leider keinen gültigen Kniebeugeversuch in die Wertung bekommen, zog jedoch den Wettkampf bis zum Ende durch.

Im Bankdrücken schaffte sie 77,5 kg und im Kreuzheben 125 kg, womit sie in beiden Disziplinen unter den Erwartungen lag.

 

 

Klasse bis 63 kg – Susann Cichon

 

Susann Cichon startete mit 58,11 kg in dieser Klasse, was zeigt, dass sie trotz Ernährungsumstellung auf Gewichtszunahme nicht wirklich an Gewicht zugenommen hat.

In der Beuge startete sie mit sehr leichten 150 kg. Umso erstaunlicher war es, dass sie die geforderten 160 kg zwei Mal nicht in die Wertung bringen konnte.

Das Bankdrücken verlief leider auch nicht nach Plan. Hier hatte sie nur 85 kg aus dem ersten Versuch stehen. Die geforderten 90 kg im zweiten bzw. 92,5 kg im dritten Versuch waren an diesem Tag leider nicht drin.

Ein Lichtblick war dann das Kreuzheben. Von leichten 145 kg auf gute 155 kg im zweiten Versuch, hin zu einer neuen Bestleistung von 160 kg im letzten Versuch. Mit 395 kg belegte Susann hinter Linda Hoiland (Norwegen) den 2. Platz.

In der Nationenwertung landeten wir bei den Frauen damit auf Platz sieben. 

Bei den Männern klappte der Einstieg in den Wettkampf auch nicht so recht.

Klasse bis 83 kg – Martin Lux

 

Martin Lux konnte seine gute Form von den Europameisterschaften leider nicht bestätigen. Mit 81,88 kg war er knapp 2 kg leichter als zur EM (83,7 kg). Er bekam seinen Anfangsversuch von 270 kg drei Mal nicht in die Wertung. Beim Bankdrücken hieß es mit 160 kg Ende der Fahnenstange und im Kreuzheben war bei 255 kg Schluss.

Schade, da Martin mit nur 710 kg im Total bereits Silber geholt hätte.

 

 

Klasse bis 93 kg – Mario Schnurr

 

Warum sollte es bei mir anders sein? Mit 302,5 kg legte ich einen sicheren ersten Versuch hin, gefolgt von zwei jeweils 2:1 ungültigen Versuchen. Im zweiten waren es 322,5 kg, die wirklich zu flach waren, die 332,5 kg im dritten Versuch waren bezüglich der Entscheidung schon fragwürdig, aber gut ungültig ist nun mal ungültig.

Auf der Bank wollten die 200 kg im zweiten und dritten Versuch nicht gelingen, somit standen hier 190 kg zu Buche.

Im Kreuzheben wurde es dann besser. 290 kg zum Einstieg gefolgt von 312,5 kg im zweiten Versuch. Die geforderten 325 kg (WEC-Rekord) im dritten Versuch waren an diesem Tag zu schwer.

Somit hieß es am Ende Platz vier für mich.

 

 

Klasse bis 105 kg – Mike Schollbach

 

Mike Schollbach konnte zwar sein Ziel, die B-Kadernorm, nicht erreichen, legte aber einen schönen Wettkampf mit acht gültigen Versuchen hin.

In der Beuge brachte er eine Serie von 295-305-320 kg in die Wertung. Das Bankdrücken lief nicht ganz nach den Vorstellungen, die wir hatten, da die Trainingsergebnisse nach mehr aussahen. Dennoch konnte Mike alle drei Versuche, 200-212,5-217,5 kg, in die Wertung bringen.

Im Kreuzheben steigerte sich Mike von 275 kg über 290 kg auf 302,5 im dritten Versuch, welche er alle drei gezogen hatte. Den letzten Versuch hat er aber leider 2:1 ungültig bekommen.

Am Ende hatte Mike mit 827,5 kg zwar die B-Norm um 17,5 kg verfehlt, zeigte aber sehr deutlich welches Potential er hat und war mit dem dritten Platz sehr zufrieden.

 

 

Klasse bis 120 kg – Sascha Kabisch

Sascha Kabisch machte uns (wie auch Marcus) beim Aufwärmen etwas Sorgen, da er nicht auf Tiefe kam. Das er es kann, zeigte er dann allen eindrucksvoll auf der Wettkampfplattform. 285 kg und 302,5 kg beide sehr schön gebeugt und 3:0 gültig. Die geforderten 315 kg im dritten Versuch beugte er dann leider einen Tick zu flach.

In seiner Paradedisziplin, dem Bankdrücken, wollte es dann nicht so richtig an diesem Tag klappen. Daher blieb er mit „nur“ 240 kg hinter unseren Erwartungen.

Im Kreuzheben hatte er mit dem Wegrutschen auf der Wettkampfbühne zu kämpfen. Er machte die Einstiegslast von 285 kg aber im zweiten Anlauf klar und legte hier gleich noch 302,5 kg nach.

Mit 845 kg im Total konnte auch Sascha sein Ziel (B-Norm) von 880 kg nicht erreichen, zeigte aber, dass er das Zeug dazu hat. Für ihn war der dritte Platz für seine erste Internationale Meisterschaft ein großer Erfolg.

 

 

Klasse plus 120 kg – Marcus Hofmeister

 

Marcus Hofmeister legte einen sehr schönen Wettkampf hin und zeigte mir, dass sich die schweißtreibende Arbeit in der Beuge gelohnt hat. Über den Einstieg mit 320 kg ging es dann auf 340 kg hin zu sehr guten 360 kg. Ich denke hier werden wir bald noch mehr von Marcus sehen.

Beim Bankdrücken steigerten wir von 245 kg über 255 kg auf einen neue Bestleistung von 262,5 kg.

Beim abschließenden Kreuzheben hatte Marcus im ersten Versuch mit 280 kg Griffprobleme und musste die Hantel fallen lassen. Um dem Problem Herr zu werden, stellten wir Marcus nicht mittig an die Hantel, sondern mit der schwächeren Hand hin zu den Scheiben, was sich als sehr praktikabel erwies. Wir steigerten dann von 280 kg auf 312,5 kg, welche Marcus mit dieser Umstellung auch gut halten konnte, jedoch stand er am Schluss nicht völlig gerade und bekam den Versuch 2:1 ungültig.

Mit 902,5 kg im Total erreichte Marcus den fünften Platz und zeigte auf, dass er durchaus in der Lage ist, ein Total im Bereich von 950 kg erbringen zu können.

In der Teamwertung hätten wir einen sicheren dritten Platz erreichen können, da aber nur vier Heber in der Wertung waren, wurde es letztlich Platz sechs.

Es war eine sehr schöne Wettkampfstätte und eine gute Atmosphäre. Mich hat es sehr gefreut, dass wir ständig als Team unterwegs waren und uns alle gegenseitig unterstützt haben.

 


Die Medaillengewinner

 

Mario Schnurr

Bundestrainer Kraftdreikampf der Aktiven im BVDK

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de