World Games 2017

Morgen geht die Reise des deutschen Powerlifting-Teams zu den World Games. Anders als auf anderen internationalen Wettkämpfen sind wir nun der Delegation des DOSB angeschlossen.

Die World Games sind die internationale Bühne des Equipped Drugfree Powerlifting von der jeder Powerlifter träumt. Drei unserer Sportler können sich diesen Traum in wenigen Tagen erfüllen und auf dem wichtigsten Wettkampf, der bedeutendsten Bühne unseres Sportes, heben.

Dieses Privileg haben sie sich hart erarbeiten müssen. Man qualifiziert sich nicht mal einfach so für diese Veranstaltung – es waren sehr strenge Kriterien zu erfüllen.

Es erfüllt mich mit Freude bei dieser Veranstaltung unsere Sportler als Bundestrainer unterstützen zu können. Wir werden alle gemeinsam alles daransetzen, dass wir das bestmögliche an den jeweiligen Tagen für unser Land herausholen.

Leider ist der Kraftdreikampf eine Randsportart und aus diesem Grund ist es schwierig als Nationaltrainer immer dicht am Sportler zu sein. Die finanziellen Mittel des BVDK ließen lediglich drei gemeinsame Trainingseinheiten für die World Games zu.

An dieser Stelle möchte ich meinen Dank an Heiko Krüger aussprechen. Bedingt durch die räumliche Nähe konnte er nahezu wöchentlich die Anlaufstelle für Equipped-Trainingseinheiten sein. Er trägt das Sportlerherz am rechten Fleck und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere Sportler regelmäßig mit dem Equipment üben konnten, was für den Equipped-Sport unerlässlich ist.

Weiterhin möchte ich auch Matthias Scholz danken, dass er sich stets die Zeit nehmen konnte und bei den World Games Trainingseinheit keine Kosten und Mühen gescheut hat, um an vorderster Front mit dabei zu sein.

Kommen wir zu der „Vorstellung“ der Sportler. Sie sind das „Who is who“ des deutschen Powerliftings. Sie haben es verdient nun komplett im Mittelpunkt zu stehen und verdienen die volle Aufmerksamkeit unserer ganzen KDK-Gemeinde. Wie ich bereits erwähnt habe, sind wir eine Randsportart. Unsere Sportler sind keine Profis und haben einen Vollzeitjob in ihrem Leben zu meistern. Einige unserer WG Starter hatten bzw. haben private Hürden zu meistern und dennoch werden sie bei den World Games alles daran tun, die bestmögliche Leistung aus sich heraus zu holen.

Gundula Fiona von Bachhaus nimmt zum dritten Mal an den World Games teil. Sie ist die stärkste deutsche Equippedpowerlifterin, die wir je hatten und hat Leistungen aufgestellt, die noch eine lange Zeit für viele deutsche Sportler unerreichbar sein werden. Im Damen-Powerlifting hat sie gezeigt, was durch Talent, Zielstrebigkeit und Beständigkeit alles erreicht werden kann.

Leider verlief diese Vorbereitung alles andere als optimal. Eine alte Rückenverletzung ist wieder aufgeflammt und somit waren in den letzten Wochen keine schweren Equippedeinheiten oder gar schwere Trainingseinheiten möglich. Diese Verletzung machte ihr bereits vor der WM 2016 (Qualifikation zu den World Games 2017) das Leben schwer. Beim Aufwärmen zur WM war erst erkennbar, dass sie heben können wird. Bei den World Games wird es nun nicht anders sein. Wir werden sehen, wie das Aufwärmen läuft und dann entscheiden müssen, ob schwere Lasten an diesem Tag bewegt werden können oder ob es ein Wettkampf sein wird, den sie für ihr Team und ihre Nation lediglich in die Wertung bringt. Sie hat die langjährige Erfahrung, das notwendige Körpergefühl sowie die mentale Stärke, die nötig sind, um diese Entscheidung Vorort treffen zu können. Drücken wir ihr die Daumen, dass sie die Möglichkeit hat, auf der Bühne ihr Können zu zeigen. Als deutsche Elitepowerlifterin wünsche ich mir für sie – nach ihrem Bombout am 25. Juli 2009 bei den World Games in Bejing, dass sie sich weit oben platzieren kann. Damals hob sie mit um den Sieg.

Sascha Stendebach, auch bekannt als der menschliche deutsche Kran, ist in der BISHER besten Form seiner Karriere. Sein Wille und seine Zielstrebigkeit im Training zeigen sich oftmals auch auf der Bühne in seinen Kreuzhebeversuchen. Er ist ein Kämpfer, der sich stets neue Bestmarken vornimmt. Ich habe wohlwissend „bisher“ geschrieben, denn ich denke, dass sowohl Sascha als auch Kevin noch so jung sind, dass wir erst in vier Jahren bei den World Games 2021 bewundern können, was ihr wahres Potenzial ist – sofern sie unserem geliebten Sport so lange erhalten bleiben wollen. Sie haben in 2021 das Zeug ganz oben zu stehen. Diese Chance haben nur wenige Sportler.

Sascha und ich haben in dem letzten Jahr gut zusammengearbeitet und ich kann daher gewiss sagen, dass er körperlich topfit ist und für große Taten bereit ist. Wir haben sein Training in den vergangenen Wochen und Monaten auf das Equipment abgestimmt. Im Training ist der Anzug mehrfach gerissen, wo durch in den letzten Wochen ein Tausch stattfinden musste, aber auch diese Hürde meisterte er gut. Als sein Trainer kann ich sagen, dass das wichtigste an dem Tag seine Psyche sein wird. Er muss mental stark sein, wie er es oftmals auf nationaler Bühne bewiesen hat. Nun heißt es aber auf der größten Bühne der Welt zu stehen und zu zeigen, dass man zu den „Großen“ gehört. Ich weiß bereits jetzt, dass er dazu gehört – nun muss er noch an sich glauben – dann kann nichts mehr schiefgehen.

Kevin Jäger ist unser jüngster Teilnehmer. Vor zwei Jahren noch habe ich nicht an die Teilnahme in 2017 geglaubt, sondern Kevin eher in 2021 bei den World Games gesehen. Er hat mich eines Besseren belehrt. Auch bei ihm hat sich privat viel verändert. Wie durch die sozialen Medien den meisten bekannt geworden sein dürfte, ist Kevin Jäger in dieser Vorbereitung Vater des kleinen Jason Krüger geworden. Selbst erst 21 Jahre jung, mitten in der World Games Vorbereitung, ein vielleicht schwieriger Zeitpunkt. Eine Situation die für Überforderung sorgen kann, eine Situation die neue Beanspruchungen und neue Bedingungen mit sich bringt. Des Weiteren konnte Kevin in diesem Jahr dreimal kein gültiges Ergebnis in der Kniebeuge in die Wertung bringen (Arnolds, DM, DMM). Dies sind Dinge, die an einem Sportler nagen. Kein Spitzensportler fährt zu einem Wettkampf und sagt „schauen wir doch mal was auf der Bühne passiert“. Jeder Sportler möchte sein Können unter Beweis stellen. Es gibt sicherlich einige Powerlifter, die daran zweifeln, dass Kevin gültige Versuche präsentieren wird. Ich bin mir aber sicher, dass Kevin trotz der erschwerten Bedingungen in einer grandiosen Form ist und wirklich alles daransetzen wird, dies auf die Bühne zu bringen, um es nicht nur allen anderen zu beweisen, sondern auch sich selbst: dass er der stärkste deutsche Powerlifter (absolut und nach Punkten) ist. Ich habe Kevin bereits mit 16 Jahren auf der Bühne gesehen und konnte in den letzten 5 Jahren seine Entwicklung verfolgen. Er ist in dieser Zeit nicht nur körperlich kräftiger geworden, sondern hat einen unbändigen Willen entwickelt, der ihn bis hierhin geführt hat. Ich kann nach den letzten Einheiten versichern, dass das komplette Betreuerteam an eine Spitzenleistung von Kevin glaubt.

 

Alle Sportler haben bis hierhin alles getan, was in ihrer Macht stand um am Tag X in Topform zu sein. Nun sind alle Kraftsportler gefragt uns von daheim zu unterstützen oder uns gar in Polen einen kräftigen Support in der Halle zu geben. Wie ihr seht brauchen wir nicht nur den Willen und die Kraft, sondern nun auch das glückliche Händchen.

 

Francesco Virzi
Bundestrainer Kraftdreikampf im BVDK e. V.

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