Ein durchgewürfeltes Bayernligafinale 2017

Am 04. März 2017 fand die Rückrunde der Bayernliga Kraftdreikampf 2017 beim SC Oberölsbach statt. Insgesamt gingen 11 Mannschaften und damit 40 Athletinnen und Athleten an die Hantel. Relativ offen war der Kampf um Platz eins, als auch die Verteilung auf den weiteren Plätzen. Die Jugend-und Juniorenwertung war zwar bereits fest in den Händen der Schwarzachtäler, die Mannen aus Pfatter und Forchheim haben sich aber noch nicht geschlagen gegeben. Alle Mannschaften haben hingefiebert und es hat demnach auch die eine oder andere Überraschung gegeben.

Nach 2013 konnte der Lokalmatador des Tages, der SC Oberölsbach II, den Sieg nach sieben Stunden Wettkampf besiegeln und gebührend feiern. Die Leistungsträger aus beiden Runden, Thomas Lehmeier und Rosina Polster, haben hier ein gutes Stück dazu beigetragen. Der Seriensieger, der STC Bavaria 20 Landshut, musste sich geschlagen geben, konnte aber zumindest den Vizetitel dennoch für sich verbuchen. Hier war der Gaststarter der TG Landshut, Stefan Pagelsen, eine wichtige Stütze. Überraschend auf Platz drei, einen Punkt vor dem Vorrundenspitzenreiter, die TSG Augsburg, platzierte sich der ESV München-Neuaubing II. Zwar nur mit drei Mannen am Start, aber durchwegs stabile Leistungen haben hier zum Erfolg geführt. Knapp dahinter überraschend das Trio des KSC Puch.

Der Nachwuchspokal bleibt in der Oberpfalz und ebenfalls beim SC Oberölsbach. Die jungen Wilden aus Aischba ließen nichts mehr anbrennen und mussten damit den Pokal nicht aus der Hand geben. Der HSC Pfatter ging nochmal voll auf Angriff, sowie der AC Bavaria Forchheim. Diese zeigten ansprechende Leistungen, konnten aber nicht ganz an den SC O ranreichen.

Aber nun im Detail, die Leistungen nach der zweiten Runde im Range der Endplatzierung.

SC Oberölsbach II – Platz 1 – 2.619,91 Punkte

Nach der Vorrunde durch den Platzer von Sebastian Heger noch auf Platz drei, konnten sich die Schwarzachtaler souverän in der Rückrunde auf Platz eins vorschieben und mit 70 Punkten Vorsprung den Bayernligatitel 2017 holen. Eine geschlossene Leistung der vier Athleten machte diese Leistung möglich. Beste Athletin der Mannschaft war mit 466 Punkten Rosina Polster. Mit nur 62,2 kg Körpergewicht bewältigte sie 170 kg in der Kniebeuge, drückte solide 100 kg und zog schlussendlich noch 160 kg in die Wertung. Der bayerische Rekord im Kreuzheben über 168 kg blieb ihr noch verwehrt. Bester Mann der Truppe war Thomas Lehmeier knapp dahinter mit glatten 460 kg. Er legte einen fast perfekten Wettkampf hin. Mit Bestwerten in der Kniebeuge über 270 kg und im Bankdrücken über 155 kg zeigte er noch gute 262,5 kg im Kreuzheben. Der geforderte letzte Versuch im Kreuzheben über 270 kg war um Haaresbreite einfach zu schwer und so musste er die Hantel kurz vorm Ziel fallen lassen. Dieses Mal zeigte Sebastian Heger wieder nahezu alte Stärke und lieferte 280 kg in der Kniebeuge. Im Bankdrücken brachte er 175 kg in die Wertung und schloss den Wettkampf mit guten 230 kg im Kreuzheben ab. So steuerte er noch wichtige 431 Punkte zum Mannschaftskonto bei. Abgesichert wurde die Mannschaft von Maximilian Braun. Sechs gültige Versuche brachte er auf die Bühne. Dies bedeuteten 230 kg in der Kniebeuge, einen neuen Bestwert mit 152,5 kg im Bankdrücken und noch gute 225 kg im abschließenden Kreuzheben. Im Endresultat standen 406 Punkte zu Buche.

Damit zeigte die Bundesligareserve ein tolles Niveau und wäre durchaus in der Bundesliga konkurrenzfähig. So kann der SC Oberölsbach auf ein breites Spektrum für die kommenden Aufgaben bauen.

STC Bavaria 20 Landshut – Platz 2 – 2.548,91 Punkte

Festgesetzt auf Platz zwei hat sich der Stemmclub Bavaria. Die Landshuter erkämpfen sich damit den Vizetitel 2017. Geschwächt mussten die Niederbayern zur Rückrunde antreten. Die Vereins- und Abteilungschefs höchstpersönlich mussten zur Hantel greifen. Bester Athlet war, wie bereits zur Gaststarter Stefan Pagelsen vom Nachbarverein TG Landshut. Nur in Bandagen beugte er einen neuen Bestwert von 240 kg. Im Bankdrücken musste er nur seinen dritten Versuch liegen lassen und konnte damit starke 152,5 kg in die Wertung bringen. Im abschließenden Kreuzheben drehte er noch einmal auf und zauberte starke 272,5 kg RAW auf die Bühne. Im Endergebnis sammelte er starke 446 Relativpunkte.

Mit sieben gültigen Versuchen konnte Andreas Staude 410 Punkte zum Gemeinschaftskonto beisteuern. Je nur einen Fehlversuch im Kniebeugen und Kreuzheben musste er sich gefallen lassen. Im Bankdrücken überzeugte er mit einer guten Serie und 160 kg. Vereinschef Daniel Ginzinger stieg nach nur sechs Wochen Crash-Training ins Wettkampfgeschehen ein und zeigte nur mit seinem Anfangsversuch im Bankdrücken leichte Nervosität und ließ die geforderten 165 kg in die Ständer. Ansonsten blieb die Weste weiß und konnte mit 250 kg aus der Beuge, 170 kg im Bankdrücken und 247,5 kg im Kreuzheben noch wichtige 408 Relativpunkte für den Club beisteuern und den Vizetitel sichern. Abteilungsleiter André Ignor musste kurzfristig für Wolfgang Strasser ins Trikot der Bavarianer springen. Mit guten Versuchen mit Luft nach oben verkaufte sich Andre gut und sicherte die Mannschaft mit 373 Punkten ab.

Schweren Herzens musste der Seriensieger dem SC Oberölsbach den Vortritt lassen. Für das Jahr 2018 heißt es, vom Gejagten zum Jäger werden und den Pott wieder in die Drei-Helme-Stadt holen. Für den STC heißt es, das Jahr nutzen und zu alter Stärke zurückkehren.

ESV München-Neuaubing II – Platz 3 – 2.436,05 Punkte

Unverhofft kommt oft, könnte es hier heißen. Nach der Vorrunde waren die Plätze eins bis drei so gut wie festgeschrieben und die Reserve der Münchner war mit dem Ziel angereist, den Kampf um Platz vier gegen Puch und SCO III zu gewinnen. Nur mit drei Mannen angereist gelang dies mehr als gedacht. Am Ende sprang mit einem hauchdünnen Vorsprung von knapp 0,5 Punkten sogar der dritte Platz auf dem Stockerl heraus. Bester Mann der Truppe war Bernhard Klinger. Komplett RAW ging der noch Neu-Aktiver in den Wettkampf und musste nur in der Kniebeuge und im Kreuzheben den letzten Versuch liegen lassen. Starke 230 kg gingen in der Beuge in die Wertung, beim Bankdrücken war er in seiner Gruppe mit 180 kg das Maß der Dinge. Im Kreuzheben hievte er noch starke 270 kg in die Höhe. Unterm Strich steuerte er 426 Relativpunkte dem Mannschaftskonto bei. Nur sieben Punkte weniger lieferte der Hüne Carlo Gittermann. Er absolvierte einen fast perfekten Wettkampf und bescherte den Münchnern mit seinen letzten Kreuzhebeversuch über 285 kg den dritten Platz. In der Beuge bewegte er 265 kg zur Zufriedenheit des Kampfgerichts. Im Bankdrücken zeigte er in der Wiederholung starke 180 kg. Ebenfalls sieben Punkte weniger und damit ein geschlossenes Mannschaftsergebnis verzeichnte David Jahn. Im Kniebeugen konnte er nur mit seinem ersten Versuch über 225 kg überzeugen. Im Bankdrücken sammelte er weitere 192,5 kg und scheiterte noch an runden 200 kg. Zu guter Letzt brachte er noch 240 kg zur Hochstrecke und lieferte damit 412 Punkte für den ESV.

Bunt zusammengewürfelt präsentiert sich der ESV und konnte, nachdem in der Vorrunde, wie beim SCO, ein Leistungsträger platzte, sich im Rückkampf mit nur drei Mannen am Start zurückkämpfen. Hier steckt noch eine Menge Potenzial dahinter, was noch ausgeschöpft werden muss. Der ein oder andere hat sich auf jeden Fall für die Bundesligamannschaft empfohlen.

TSG Augsburg – Platz 4 – 2.435,58 Punkte

Als Favorit ging die TSG Augsburg aus der Vorrunde hervor und konnte Platz eins nicht verteidigen und rutschte durch Krankheits- und Verletzungspech auf den undankbaren vierten Platz ab. Die beiden Leistungsträger, Gabor Farkas und Daniel Eckert, fielen aus. Mit nur drei Mannen reisten die Schwaben an und versuchten das Beste aus der Situation zu machen. Bester Mann war auch hier der Gaststarter aus Neu-Ulm, Andreas Schmid. Er machte weiter seine ersten Schritte im Equipment und zeigte hier, dass noch eine Menge Potenzial in ihm steckt. In der Kniebeuge hatte er mehr mit der Tiefe als mit der Kraft zu kämpfen und konnte lediglich seinen Zweitversuch über 252,5 kg in die Wertung bringen. Mit Bedacht ging er im Bankdrücken vor und wurde mit 160 und 170 kg belohnt. Die geforderten 175 kg im Drittversuch musste er noch liegen lassen. Im abschließenden Kreuzheben ging er mit Sieben-Meilen-Stiefeln von 230 auf 250 zu 260 kg. Am Ende standen knapp 450 Punkte für die Schwaben zu Buche. Mannschaftsführer Maximilian Ernst wollte es besser als zur Vorrunde machen. Mit einer 3er-Serie schloss er die Kniebeuge mit kämpferischen 212,5 kg ab. Im Bankdrücken ging er dieses Mal RAW an die Hantel, um ein Loch zu vermeiden und sammelte 160 kg für das Mannschaftskonto. Im Kreuzheben kamen noch 235 kg hinzu was im am Ende 373 Punkte einbrachte. Ersatzmann Patrick Kaindl zeigte eine tadellose Serie mit neun gültigen Versuchen. Ausgewogen mit 170 – 135 – 215 kg erkämpfte er für die Mannschaft noch 323 Punkte. Dies reichte am Ende leider nur noch zum verflixten vierten Platz in der Gesamtabrechnung.

Für die Schwaben heißt es nun, wieder zu Kräften zu kommen. Wie in den vergangenen Jahren, ist auch dieses Mal die Rückrunde der Stolperstein für Augsburg. Mit Gaststarter Andreas Schmid haben sie einen guten Mann verpflichten können, der auch hoffentlich für 2018 wieder zur Verfügung steht, sodass es im nächsten Jahr nach Maß laufen kann.

KSC Puch – Platz 5 – 2.430,51 Punkte

Wacker geschlagen hat sich der Puch, der erstmals wieder in das Bayernligageschehen eingegriffen hat. Mit Juniorenweltmeister von 2006, Jewgenij Kondraschow, konnten sie trotz dünner Personaldecke Platz fünf der Vorrunde halten und fast noch nach Platz drei in der Gesamtwertung greifen. Knapp fünf Punkte trennte sie davon. In der Beuge zeigte Jewgenij gute Versuche über 335 und 355 kg. Im Bankdrücken drückte er 245 und 260 kg und musste sich nur den 270 kg geschlagen geben. Kämpferisch zog er schlussendlich noch 317,5 kg zur Hochstrecke. Im Endresultat konnte er 520 Zähler dem Mannschaftskonto gutschreiben. Neuaktiver Max Schelz zeigte durchwegs einen fast perfekten Wettkampf und steuerte wichtige 381 Punkte bei. Der Schwergewichtler bewältigte 237,5 kg in der Kniebeuge und konnte gute 155 kg im Bankdrücken in die Wertung bringen. Ein Augenmerk waren am Ende starke 270 kg im Kreuzheben. Am Nachmittag kämpfte sich Michael Reidel durch den Wettkampf und fand nicht so richtig den roten Faden. Jeweils nur einen guten Versuch konnte er im Kniebeugen und Bankdrücken mit 210 bzw. 110 kg in die Wertung bringen. Im Kreuzheben gelangen noch gute 210 und 220 kg. Unterm Strich steuerte er noch wichtige 353 Mannschaftspunkte bei. Das Team sicherte Mannschaftsführer Max Heynck ab. Morgens noch beim Scheibenstecken zeigte er nach einem holprigen Einstieg in der Kniebeuge einen soliden Wettkampf. Mit 180 – 122,5 – 217,5 kg konnte er 345 Punkte erkämpfen.

Der Wiedereinstieg ist gelungen. Es wird sich zeigen, wie sich die Mannschaft weiterentwickelt und der Liga auch weiterhin erhalten bleiben wird. Die Pucher sind immer für eine Überraschung gut.

SC Oberölsbach III

Die jungen Wilden des SC Oberölsbach haben trotz des Ausfallers von Johannes Meier überzeugt. Primäres Ziel war die Jugend- und Juniorenwertung. Dass dann noch ein guter sechster Platz dabei herausspringt, ist ein toller Nebeneffekt. Kevin Litwitz zeigte, nachdem er noch im Aufbautraining steckt, einen lockeren Wettkampf und führte die junge Truppe souverän an. Er musste nur im letzten Versuch Federn lassen und die geforderten 200 kg im Kreuzheben unverrichteter Dinge liegen lassen. Drei technisch gute Versuch über 180 – 195 und 205 kg in der Kniebeuge überzeugten gleich. Im Bankdrücken machte er seinem Namen alle Ehre und steigerte seinen Bestwert auf runde 150 kg. Im Kreuzheben wurden es noch 180 kg was für das Mannschaftsresultat 408 Punkte bedeutete.

Zwei wichtige Schallmauern konnte Maximilian Geitner endlich abhaken. 200 kg in der Beuge und 400 Relativpunkte sind nun Geschichte. Nach flachen 190 kg wurden diese mustergültig wiederholt und schlussendlich 200 kg in die Wertung gebeugt. Motiviert ging es ins Bankdrücken, sodass auch hier ein neuer Bestwert mit 120 kg in die Protokolle geschrieben werden konnte. Im abschließenden Kreuzheben wurden im zweiten Versuch mit 190 kg die 401 Punkte endgültig fixiert und mit ein wenig Nervosität in die Wertung gebracht. Dritter Mann wurde Josef Stich. Im Kniebeugen gelang nur der Einstiegsversuch von 195 kg. Im zweiten Versuch zog er sich eine leichte Rückenblessur zu, sodass man auf einen dritten Versuch verzichtet hat. Beim Bankdrücken ließ er sich davon nicht beeindrucken und zeigte einen neuen Bestwert von 152,5 kg. Ans Kreuzheben wurde vorsichtig rangegangen, sodass noch 150 und 180 kg in die Wertung gingen. Die letztlich geforderten 200 kg waren dann doch zu schwer, um diese sauber zur Hochstrecke zu bringen. So konnte er noch wichtige 321 Punkte in die Wertung bringen. Johannes Meier kam in der Kniebeuge nicht so Recht in den Wettkampf, sodass kein Versuch in die Wertung ging. Beim Bankdrücken ging es holprig weiter. Nur der Einstiegsveruch von 135 kg gelang. Erst im Kreuzheben schien der Knoten zu platzen, sodass die Versuche über 175 – 190 und 200 kg tadellos in die Wertung gingen.

Die junge Truppe mausert sich langsam. Der SCO leistet wertvolle Nachwuchsarbeit, die langsam ihre Früchte trägt und den Bestand der Bundesligamannschaft auf die nächsten Jahre hoffentlich sichern wird.

AC Bavaria Forchheim – Platz 7 – 2.168,51 Punkte

Die Neueinsteiger aus Oberfranken können mit ihrer ersten Saison nach einem misslungenen Start in der Vorrunde zufrieden sein und im Mittelfeld und Platz sieben abschließen. Die Mannschaftsaufstellung für die Rückrunde gehörte nahezu den Junioren, um noch ein Wörtchen in der Jugend- und Juniorenwertung mitreden zu können. Bester Mann der Mannschaft war der 18jährige Matthias Wunderlich. Der Deutsche Jugendmeister von 2016 zeigte drei technisch schöne Beugeversuche über 215 – 225 und 235 kg und steigerte damit seinen Bestwert. Das Bankdrücken lief dagegen nicht nach Maß, sodass nur die Wiederholung aus dem Erstversuch von 137,5 kg in die Wertung ging. Im Kreuzheben sammelte er mit 175 und 190 kg noch wichtige Punkte für die Mannschaft. Die geforderten 195 kg gingen zwar zur Hochstrecke, damit konnte er aber leider das Kampfgericht nicht überzeugen, sodass dieses Mal die 400 Punkte nicht gelingen wollten. Dennoch steuerte er wichtige 397 Punkte für den ACB bei. Tim Uthmann erwischte keinen guten Tag. Nachdem er die Fahnen der Oberfranken mit guten 400 Punkten in der Vorrunde hochhalten konnte, wollte er nicht so Recht in den Wettkampf finden. In der Kniebeuge und im Bankdrücken gelangen jeweils nur die Erstversuche über 210 und 135 kg. Im Kreuzheben zeigte er gute Versuche über 200 und 215 kg, sodass 225 kg eigentlich nur Formsache gewesen wären. Dieser neue Bestwert wollte aber nicht mehr gelingen. Dennoch  konnte er dem Team wichtige 382 Punkte beisteuern. Ähnlich erging es Christian Ramsteck, der ebenfalls nur die Erstversuche der ersten beiden Disziplinen mit 250 und 145 kg in die Wertung bringen konnte. Nachdem im Kreuzheben der Zweitversuch über 205 kg wie angenagelt liegen blieb, sammelte er für den letzten Versuch des Tages nochmal alle seine Kräfte und brachte diesen gültig zur Hochstrecke. Untern Strich gingen damit 361 Punkte in die Mannschaftswertung. Spontan und souverän sicherte Sonja Graumann ihre Teamkollegen ab. Erst tags zuvor wurde sie von ihrem Start überrascht, da Simon Eichler krankheitsbedingt absagen musste. Aus dem Training heraus zeigte sie einen fast perfekten Wettkampf. Nur im Bankdrücken musste sie sich den geforderten 52,5 kg noch geschlagen geben. Neue Bestwerte im Kniebeugen und Kreuzheben mit 90 bzw. 125 kg konnten gefeiert werden, sodass sie sich insgesamt mit 285 Relativpunkte im Vergleich zur Vorrunde um knappe 20 Punkte steigern konnte.

Ihr erstes Jahr haben sie gut über die Bühne gebracht. Nun heißt es weiterarbeiten, um nächstes Jahr stärker und souveräner zurückzukehren.

ESV München-Neuaubing III – Platz 8 – 2.125,55 Punkte

Auch die Hauptstädter stellten eine zweite Mannschaft in der Bayernliga. Hier sieht man genauso, wie bei den Oberpfälzern, dass eine Bundesligamannschaft nur auf Dauer bestehen kann, wenn genügend Athletinnen und Athleten nachkommen. Leider konnte die dritte Mannschaft genauso wie die Bundesligareserve nur mit drei Athleten an die Hantel gehen. Stärkster Heber war hier Pascal Esterl mit starken 450 Relativpunkten. Er wäre eigentlich ein Kandidat für die zweite Mannschaft gewesen. Er zeigte behutsame Versuche und sorgte damit für eine Überraschung. Gleich in der Kniebeuge steigerte er unbeirrt und landete schlussendlich bei 255 kg. Im Bankdrücken legte er eine tolle Serie von 170 über 175 auf 180 kg. Abschließend zeigte er noch zwei gute Versuche über 200 und 215 kg. Der nur 78 kg schwere Athlet sammelte so gute 450 Punkte für sein Team. Zu einer sicheren Bank mausert sich Sebastian Simmerl. Der oberbayerische Schmied zeigte acht gültige Versuche und konnte sich damit zur Vorrunde wieder um 10 Punkte steigern. Nur in der Kniebeuge gelangen die geforderten 240 kg nicht, sodass 230 kg in die Wertung gingen. Im Bankdrücken und Kreuzheben blieb die Weste weiß und 165 und 235 kg konnte er für sein Total sammeln. Am Ende waren wichtige 371 Punkte dem Teamkonto gutzuschreiben. Neueinsteigerin Sissy Musielik komplettierte das Trio. Die nur 48 kg leichte Athletin zeigte gute 60 kg in der Kniebeuge, bewältigte 42,5 kg im Bankdrücken und überzeugte im Kreuzheben mit einem gefühlten Aufwärmversuch im dritten Durchgang mit 75 kg. Sie steuerte nochmals 223 Punkte für die Mannschaftswertung bei.

Die dritte Mannschaft der Neuaubinger braucht sich nicht zu verstecken. Mit veränderter Mannschaft zeigten sie nahezu die Leistung der Vorrunde und platzieren sich auf Platz acht von elf Mannschaften.

HSC Pfatter – Platz 9 – 2.073,49 Punkte

Die zweite komplette Jugend- und Juniorenmannschaft präsentierten sich rundum in gleichbleibender Form und legten gegenüber der Vorrunde nochmals 30 Zähler aufs Gesamtergebnis drauf und mussten insgesamt nur fünf Fehlversuche hinnehmen. Die Arbeit an der Technik zahlt sich langsam aus, sodass nach und nach die Früchte für die Arbeit geerntet werden kann. Stärkster und ältester im Bunde war Thomas Geserer. In der Kniebeuge sprangen gute 222,5 kg für den nur 73 kg schweren Athleten raus. Im Bankdrücken musste er aufgrund einer Schulterverletzung RAW an die Hantel, zeigte aber dennoch starke 100 kg. Im Kreuzheben ließ er sich nach einem ungültigen zweiten Versuch nicht beirren und steigerte erfolgreich auf 212,5 kg. In der Endabrechnung sammelte er 387 Punkte. Hier sind in den nächsten Wettkämpfen wieder 400 Punkte drin. Sebastian Barzyz musste nur in der Kniebeuge federn lassen. Hier ging am Ende der zweite Versuch über 170 kg in die Wertung. Bankdrücken und Kreuzheben liefen wie am Schnürchen, sodass er mit 120 und 215 kg wichtige Punkte für die Oberpfälzer einfahren konnte. Mit 340 Punkten war er der zweite Mann der Mannschaft. Erstmals mit Equipment am Start war Timo Geserer. Er tritt langsam in die Fußstapfen von seinem Bruder. Gleich in der Kniebeuge zeigte er starke Versuche und brachte schlussendlich 165 kg in die Wertung. Im Bankdrücken wurden 110 kg gültig bewältigt. Im Kreuzheben wurden es zwar nur 162,5 kg, diese dafür technisch einwandfrei. Insgesamt steuerte er dem Mannschaftskonto 324 Punkte bei. Nico Baumeister sicherte die Mannschaft mit einem tadellosen Wettkampf ab und zeigte, dass noch eine Menge Potenzial in ihm steckt.

Die Jugendarbeit trägt auch hier langsam Früchte. Pfatter etabliert sich langsam in der Liga. Der erste Heimkampf seit gut 20 Jahren wurde nach dem Anbau im letzten Jahr mit Bravour gemeistert. Hier werden wir in Zukunft noch sehr viel hören.

AC Olympia Schrobenhausen – Platz 10 – 1.914,65 Punkte

Die Oberbayern sind angereist, um erstmals die 1.000-Punkte-Marke zu knacken. Daran sind sie dieses Mal noch gescheitert. Eine junge Truppe ging auch dieses Mal wieder an den Start. Obwohl es bei allen in der Kniebeuge nicht so recht zu laufen schien, insgesamt gingen hier nur fünf Versuche in die Wertung, blieben die Jungen unbeeindruckt und legten im Bankdrücken eine glatte Serie hin, nur im abschließenden Kreuzheben mussten sie einen Fehlversuch hinnehmen. Stärkster Heber war der blonde Hüne, Marcel Sigl. Mit 180, 125 und guten 250 kg absolvierte er einen guten Wettkampf und steuerte 331 Punkte für das Team bei. Noch gute 300 Punkte konnte Florian Augustin verzeichnen. Mit 192,5 – 102,5 – 215 kg erreichte er ein Total von 510 kg. Die Leichtgewichte Adrian Gerekos und Florian Suchanek erzielten beide ein Total von 387,5 kg. Dies war 280 Punkte für die Mannschaft wert.

Die Schrobenhausener sind noch kräftig dabei, ein junges und gutes Team aufzubauen. Sebastian Ortlieb und Johann Goldstein setzen sich ein und fördern die Jugend mit allen Kräften. Es ist noch ein langer Weg zu gehen, der sich aber auf alle Fälle lohnen wird.

KSC Frauenau – Platz 11 – 866,87 Punkte

Der KSC Frauenau konnte verletzungs- und krankheitsbedingt nur zur zweiten Runde antreten. Auch in der zweiten Runde blieben die Waldler nicht verschont. Nur zu dritt konnten sie an die Hantel treten und dann verletzte sich auch noch Lothar Pritzl beim ersten Bankdrückversuch und musste den Wettkampf abbrechen. Nichtsdestotrotz zeigten Andrea Pauli und Michael Hofbauer einen soliden und leistungsstarken Wettkampf. Nur mit krankheitsbedingter kurzer Vorbereitung gelang ihr ein fast perfekter Wettkampf. Nur im Kniebeugen musste sie sich im letzten Versuch geschlagen geben. Trotzdem gingen 140 kg für die nur 67 kg leichte Athletin in die Wertung. Im Bankdrücken zeigte sie starke 95 kg und zog schlussendlich noch 145 kg. Dies bedeutete in der Endabrechnung 388 Punkte. Footballspieler Michael Hofbauer zeigte neun von neun. Mit 225 – 152,5 – 242,5 kg hatte er die Gewichte klug gewählt und fuhr damit verdient 350 Relativpunkte für die Mannschaft ein.

Den Woidlern sei zu wünschen, dass es für die Bayernliga 2018 wieder besser läuft. Vielleicht können sie dann ihrem Ziel vom Aufstieg in die Bundesliga näher kommen. Das Potenzial ist vorhanden, es muss nur umgesetzt werden.

Nachwuchspokal – Jugend- und Juniorenwertung

Bereits nach der Vorrunde ging der Weg nur vorbei an der Mannschaft des SC Oberölsbach III. Die junge Truppe legte einen tollen Start in die Saison hin und konnte bereits vier Athleten in die Wertung bringen und ein Gesamtergebnis von 1.400 Punkten erzielen. Die Mannschaften des ESV München-Neuaubing II, des HSC Pfatter, des AC Bavaria Forchheim und es ACO Schrobenhausen brachten jeweils nur zwei Athleten in die Wertung und platzierten sich mit zwischen 710 und 568 Punkten auf die weiteren Ränge.

In der Rückrunde griffen der HSC Pfatter, der AC Bavaria Forchheim und der AC Olympia Schrobenhausen noch einmal an, sodass im Endresultat bei allen vier Mannschaften vier Athleten in die Wertung gingen.

Die Aischbecker konnten sich noch steigern und schafften unangefochten ein Resultat von 1.609 Relativpunkten. Der HSC Pfatter schob sich an München vorbei, der auf einen weiteren Junioreneinsatz verzichtete und demzufolge auf Platz fünf abrutschte. Mit 1.436 Punkten erreichten die zweiten Oberpfälzer noch ein respektablen Punktestand. Die Oberfranken trumpften nochmals mit drei Junioren auf, sodass am Ende knapp 1.400 Punkte zu Buche standen. Die Schrobenhausener kamen in der Jugend- und Juniorenwertung erstmals über die 1.000-Punkte-Marke und erzielten schlussendlich 1.181 Zähler.

Insgesamt hatten acht der elf Mannschaften mindestens einen Jugendlichen oder Junioren an einem der beiden Wettkampftage am Start.

Fazit

Die Bayernliga Kraftdreikampf 2017 ist nun schon wieder Geschichte. Die Neuerungen wurden gut angenommen und für praktikabel erachtet. Alle Mannschaften waren mit der Durchführung zufrieden. Die Ausrichterproblematik wurde im Nachhinein betrachtet noch gut über die Bühne gebracht. Die Vorrunde wurde vom ESV München-Neuaubing, dem HSC Pfatter und dem STC Bavaria 20 Landshut mustergültig ausgetragen. Die gemeinsame Rückrunde beim SC Oberölsbach mit den beiden Wettkampfabschnitten wurde begrüßt und konnte ohne viel Stress und Hektik in sieben Stunden über die Bühne gebracht werden.

Im Nachgang zur Rückrunde fand mit den Mannschaftsführern eine kleine Ligasitzung statt, um das weitere Vorgehen für die Liga 2018 vorab zu besprechen. Sollten sich keine großen Veränderungen ergeben, wird es keine Probleme bei der Ausrichtung der Liga geben, sodass man sich auf eine neue Saison freuen kann. Lassen wir uns überraschen, ob es noch die eine oder andere Mannschaft in die Liga schafft.

 

Rosina Polster
Vizepräsidentin Kraftdreikampf im BGKV e. V.

(Bilder: Saskia Grandl von Photo Manufaktur Saskia Grandl)

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