Classic Europameisterschaften der Jugend, Junioren und Aktiven im Kraftdreikampf 2017

Die Classic Europameisterschaften im Kraftdreikampf fanden vom 12. bis 19. März 2017 im dänischen Thisted statt. Optimale Verhältnisse wurden vorgefunden. Die Stimmung auf der Tribüne während der Wettkämpfe war top. Optimale Verhältnisse für die insgesamt knapp 380 Athletinnen und Athleten.

Am Sonntag (12. März) eröffnete Sandra Augustiniok die Wettkämpfe für das deutsche Team. Für Sandra war es ihr internationales Debüt. Sie trat in der Jugendklasse bis 72kg an. Mit 137,5kg holte sie sich gleich die erste Medaille des Tages (Bronze). Im Bankdrücken erreichte sie mit sehr starken 85 kg sogar die Silbermedaille. Im abschließenden Kreuzheben gelangen ihr starke 160 kg für Bronze im Kreuzheben. Dies bedeutete den dritten Platz in ihrer Klasse. Die für den zweiten Platz notwendigen 167,5kg zog sie zwar auch, hatte aber einen kleinen Wackler an den Oberschenkeln und bekam diese zu recht ungültig. In allen Disziplinen erzielte sie Bestleistungen und neue deutsche Rekorde. Prima!! Stefan Augustiniok hat hier sehr gute Arbeit bei der Vorbereitung seiner Tochter geleistet. Auch er war mit beim Wettkampf dabei um sie optimal zu unterstützen.

Am frühen Montagnachmittag ging Julia Kunzner in der Klasse bis 63 kg bei den Junioren an den Start. In der Kniebeuge war einfach der Wurm drin. Julias Kopf spielte trotz einer guten körperlichen Form nicht mit, so dass sie ihren Einstiegsversuch leider dreimal nicht in die Wertung bringen konnte. Hier merkt man, dass natürlich noch die Erfahrung und das Körpergefühl fehlten, um mit der Tiefe zu „spielen“, denn es mangelte einfach nicht an der Kraft – sehr sehr schade.
Im Bankdrücken konnte sie eine neue Bestleistung von 65 kg erreichen. Im Kreuzheben gelang sogar ein neuer deutscher Junioren-Einzelkreuzheberekord mit starken 155 kg. Hoffen wir, dass sie sich nach ein paar Tagen Wunden lecken wieder gefasst hat und sich von diesem Tag nicht unterkriegen lässt.

Am Dienstagnachmittag hatten wir zwei Starter bei den leichten Junioren. In der Klasse bis 66 kg vertrat uns Sebastian Preine hervorragend. Mit 195 kg in der Kniebeuge sicherte er sich die bronzene Medaille in dieser Disziplin. In seiner “Pause“ zum Kreuzheben (Bankdrücken) brachte er leider nur sein Einsatzgewicht von 112,5 kg in die Wertung. 117,5 kg waren einfach zu schwer an diesem Tag. Im Kreuzheben lief es ziemlich gut mit 230 kg im Erstversuch. Da die Dreikampfplatzierung nach hinten raus sicher war, entschieden wir uns im Zweitversuch auf Platz zwei im Total zu schielen. Leider war der Juniorenrekord von 253 kg an diesem Tag noch etwas zu schwer. Dennoch reichte es für einen neuen deutschen Aktivenrekord im Total und Platz 3. Ein sehr guter erster internationaler Wettkampf. Lässt auf weitere Erfolge in der Zukunft hoffen. Dennoch sollte die 66er nun endlich an den Nagel gehangen werden – hier sind wir uns einig.

Auch Cornelius Lehnart zeigte eine solide Leistung bei den Junioren bis 74 kg. Entsprechend seiner verletzungsgeplagten Vorbereitung lag er mit dem Total natürlich unter seiner DM Leistung. Er belegte den neunten Platz mit 190-120-225 kg.

Am Mittwoch hatten unsere letzten beiden Junioren ihren Auftritt. In der Klasse bis 83 kg legte Jan Kobek eine saubere Serie mit acht gültigen Versuchen auf die Bühne und belegte damit den achten Platz in seiner Klasse mit 625 kg. Trotz der internationalen Unerfahrenheit war er äußerst gut vorbereitet und mental sehr ausgeglichen, was sich auch in seinen Versuchen widerspiegelte - ein schöner erster internationaler Wettkampf.

In der Klasse bis 105 kg ging es für Lucas Hügerich an den Start. Auch er zeigte eine tolle Serie von acht gültigen Versuchen und errang mit 707,5 kg (DRJ) den neunten Platz im starken Feld. Zudem konnte er sich mit einem neuen DRJ von 272,5 kg die Goldmedaille in der Kniebeuge sichern. Klasse!! Julian Schramm (Heimcoach) unterstützte uns tatkräftig hinter der Bühne.

Am Donnerstag ging es für Alexander Khounani in der Klasse bis 74 kg in seinem ersten Aktivenjahr an den Start. Seine zu Hause gesteckten Ziele waren zu hoch, dennoch hat er sich zusammen gerissen und das Beste aus seiner Tagesform gemacht. Letztendlich gingen 587,5 kg in die Wertung und bedeuten Platz 15 im 18-Mann-Starterfeld.

Freitagfrüh ging unsere international erfahrene Tamara Thomsen in der Klasse bis 63 kg an den Start. In der Kniebeuge holte sie sich mit starken 160 kg die Bronzemedaille. 165 gingen leider nicht mehr in die Wertung, da die Ellenbogen die Kniegelenke berührten. In ihrer eigentlich schwächsten Disziplin war an diesem Tag die Ausbeute mit Silber (85 kg) am Größten. 175 kg im Kreuzheben komplettierten das Dreikampfresultat zu 420 kg, was eine neue Bestleistung und den vierten Platz im Total bedeutete. Silber und Bronze gingen mit 7,5 kg mehr an Finnland und Dänemark.

Am Nachmittag hatte Fabian Gerritzen seinen Wettkampf in der Klasse bis 83 kg bei den Aktiven. Er berichtete bereits vorab, dass sein Training nicht optimal lief und er seine Ziele daher runterschrauben musste. Im Aufwärmraum haben wir stets die Tagesform grob abgesteckt, um auf der Bühne sichere Versuche zu zeigen. In der Kniebeuge gelangen ihm 230 kg und im Bankdrücken 127,5 kg. Im Kreuzheben erkämpfte er sich mit einem Kampfversuch von 305 kg die Bronzemedaille. Eine äußerst starke Kreuzhebeleistung. Im Total bedeutete diese Leistung Platz 15.

Der Samstag war dann der letzte Tag für das deutsche Team. Hier hatten wir noch vier Sportler am Start. Den Anfang machte Szilvia Szarvas. Szilvia war ziemlich aufgeregt, konnte aber einen lupenreinen Wettkampf auf die Bühne bringen mit neun gültigen Versuchen und neuen Bestwerten in jeder Disziplin. 160 – 127,5 – 182,5 kg. 470kg im Total bedeuteten am Ende den vierten Platz (Platz drei ging nach Schweden mit derselben Last). Sie erreichte wie erwünscht die A-Norm und gleich die Silbermedaille im Bankdrücken. Hier freue ich mich schon auf mehr. Einfach klasse!!

Mittags ging Jaari Ott in der Klasse bis 93 kg ans Eisen. Auch er ist im ersten Aktivenjahr. Wie zu erwarten konnte er aufgrund der in der Vorbereitung aufgetretenen Verletzungen nicht ganz an seine DM Leistung anknüpfen, zeigte aber dennoch ein ziemlich sicheres Auftreten auf der internationalen Bühne. Mit 682,5 kg reichte es nicht ganz für die Top 10 – Platz 11 sollte es sein.

Den Abschluss für das deutsche Team lieferten Oliver Zamzow und Tim Konertz in der Klasse bis 105 kg. Oli hat einen durchwachsenen Tag erwischt und konnte trotz kämpferischem Einsatz nicht ganz an seine Bestwerte heran kommen. Mit 717,5 kg belegte er den 12. Platz im 18-köpfigen Startfeld. Tim Konertz hat wie erwartet eine tolle Leistung auf die Bühne zaubern können – vor allem in der Kniebeuge zeigte sich, dass sich hier die Technik deutlich verbessert hat und ein größerer Leistungssprung in den nächsten Monaten zu erwarten ist. Mit 755 kg belegte er den 9. Platz. Hier darf man sich auf mehr freuen.

 

Zu guter Letzt möchte ich mich bei Kerstin Klawitter-Thomsen bedanken, die unsere Nation und unseren Verband sehr würdig auf der internationalen Bühne als Kampfrichterin vertreten hat.

Des Weiteren möchte ich mich bei den Assistenzcoaches und Heimtrainern bedanken, die mich unterstützt haben. Hier trat ein ehemaliger Heber aus alten Zeiten in Erscheinung – Dirk Surma – der auch früher schon zu Dietmar Wolfs Bundestrainerzeiten mit auf internationalen Wettkämpfen betreut hat.

Ich selbst muss sagen, dass die Betreuung von 13 Sportlern in einem so kurzen Zeitraum einfach nur schlauchend ist und ich froh bin, dass die EM nun zu Ende ist. Gerne hätte ich mich noch intensiver mit unseren Sportlern beschäftigt – leider gab der Zeitplan nicht mehr her. Hier folgte eine Klasse der nächsten.

Mein Fazit zur EM

Wir haben viele neue Gesichter im Team und ich sehe auch ein paar Talente darunter, die uns in den nächsten Jahren noch viel Freude bereiten können. Dennoch muss man ganz klar sagen, dass wir im Classic-Bereich den Anschluss in den letzten Jahren verpasst haben. Hier haben wir sehr viel Arbeit zu leisten, um uns in den nächsten Jahren deutlich weiter nach oben zu arbeiten. Einige Sportler mussten Lehrgeld bezahlen (wie unsere Kampfrichterin das bereits gut ausgedrückt hat). Ich erwarte nun, dass diese Sportler in sich gehen und aus den Fehlern lernen, um auf dem nächsten internationalen Wettkampf zu überzeugen.

Der Classic-KDK wächst und wächst – international und national – wir müssen nun mitwachsen.

 

Francesco Virzi
Bundestrainer Kraftdreikampf im BVDK e. V.

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