Bundesliga 2017 – Paukenschlag des ACS Darmstadt zur 1. Runde

Alle Jahre wieder beginnt die Bundesliga. Auch 2017 war es am 21. Januar soweit und der erste Wettkampftag der Bundesliga Kraftdreikampf ging in eine neue Runde. Ausrichter waren hier der ESV München-Neuaubing, der FSV Magdeburg, der Herrnburger AV 77 und der Kölner AC. Die Ausrichtungen waren wieder top. Die Vereine waren gut vorbereitet und haben die erste Runde einer Bundesliga würdig veranstaltet.

Insgesamt gingen 16 Mannschaften an den Start. Die Neulinge haben sich wacker geschlagen. Der AC Siegfried Darmstadt haut einen Paukenschlag mit 1.660 Punkten raus. Dieses ist sogleich das beste Ergebnis aller Zeiten und das so früh im Jahr. Das gesamte Feld ist dicht beisammen, sodass die nächsten Runden noch viel Spannung versprechen werden.

Nun blicken wir zu den einzelnen Mannschaftsleistungen.

AC Siegfried Darmstadt – 1.660,41 Punkte – Platz eins

Bei so einem Aufgebot war nichts anderes außer Platz eins für die Darmstädter vorstellbar. Kevin Jäger brachte zwar nur drei gültige Versuche in die Wertung, trotzdem summierte sich das Subtotal schon auf 765 kg, entsprechend brachte der leichte Anfangsversuch im Kreuzheben stattliche 1045 Kg im Total und 595 Relativpunkte. Altmeister Konrad Burghardt lieferte wie gewohnt stabile Versuche ab. Mit 852,5 kg verbuchte er knapp 540 Zähler für das eh schon prall gefüllte Punktekonto. Deutlich stabiler als noch zu den Weltmeisterschaften im November zeigte sich Max Lochschmidt. In Vorbereitung auf die deutschen Meisterschaften ließ er nur einen Versuch in der Kniebeuge liegen und konnte somit 526 Relativpunkte verbuchen. Dr. Hans Müller wagte sich zum ersten Mal in „hartes“ Equipment und so gab es gleich ordentliche 452 Relativpunkte. Auch das war der Tageshöchstwert für einen Streicher.

KBV Bautzen – 1.425,63 Punkte – Platz zwei

Die einzigen Sachsen spielen wieder ganz oben mit. Elke Erbs war nicht nur die einzige Frau im Team, sondern brachte auch noch die stärkste Relativleistung für den KBV. Wegweisend für die starken 485 Relativpunkte waren schon die 202,5 kg in der Kniebeuge für die gerade einmal 67 kg schwere Athletin. Marcus Böttger gehört seit dieser Saison zum Bautzener Stammpersonal und damit stieg auch wieder Ehrgeiz im Training. Wenn die verpatzten Versuche in der Kniebeuge und im Bankdrücken noch in die Wertung kommen, wird er die 500er Marke auch wiederknacken. Dieses Mal gab es knapp 480 Zähler für die Mannschaftskasse. Und auch ein neues Gesicht brachten sie auf die Bühne, Nico Ziegler von der USV TU Dresden hob als Gastheber im Dienste des KBV. In der Kniebeuge wollte nur der Erstversuch gelingen. Dafür gab es auf der Bank drei saubere Versuche und satte 275 kg. Mit einem gut ausgeloteten Gewicht im Kreuzheben ergab dies 820 kg im Total und 460 Relativpunkte für die Gesamtwertung. „Neusenior“ Nico Ruhland spulte neun von neun Versuchen ab und kassierte dafür 406 Punkte und sicherte damit die Mannschaft ab.

SC Oberölsbach – 1.392,96 Punkte – Platz drei

Die Oberpfälzer mussten kurzfristig zwei ihrer Topathleten ersetzen. Somit durften den gestarteten Athleten nicht viele ehler passieren. Am besten machte das Anja Schreiner. Nur ihr dritter Versuch in der Kniebeuge scheiterte denkbar knapp. Mit knapp 480 Relativpunkten führte sie die Staffel an. Mannschaftsführer Marc Bielau versuchte trotz Trainingsrückstand und mageren 69 kg Körpergewicht das Beste für die Mannschaft heraus zu holen. Bei ihm scheiterten jeweils die dritten Versuche und somit gab es dieses Mal 468 Relativpunkte. Bastian Grüner rückte kurzfristig aus der Bayernligamannschaft in die Bundesligastaffel. Und er erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen in vollem Maße. Kein Versuch ging daneben und somit kamen stolze 445 Relativpunkte in die Wertung. Dies war sein erster neuner Pack und das nach zwei Jahren mit Verletzungen am laufenden Band. Markus Gradel hatte den schwersten Job im Team. Denn er hob schon morgens in der Bayernliga. Trotz der Doppelbelastung zog er sich achtbar aus der Affäre und sicherte die Mannschaft mit 363 Relativpunkten. Damit sicherte er der ersten und zweiten Mannschaft des SCO alle Chancen in beiden Ligen.

ESV München-Neuaubing – 1.378,38 Punkte – Platz vier

Knapp dahinter platzierten sich die Landeshauptstädter aus München. Auch sie mussten auf zwei Leistungsträger verzichten. Bester Heber war somit Phillip Schweda. Ein bissl zu schwer, aber perfekt vorbereitet brachte er alle gemachten Versuche in die Wertung und verbuchte 520 Relativpunkte für die Mannschaft. Mit größerem Abstand folgte ihm Phouc Le Huu. Auch er verfehlte keinen Versuch und kassierte dafür 437 Relativpunkte. Hugo Duarte hob RAW und schaffte sein erstes 700er Total. Dafür gab es 420 Zähler. Dmytro Filchenko sicherte die Mannschaft souverän ab. Für 645 kg bekam er 408 Relativpunkte.

VfB Klötze – 1.359,47 Punkte – Platz fünf

Den Vorletzten Finalplatz sichern sich überraschend vorerst die Klötzer Athleten. Altbewährt konnte Sven Rogalski mit 464 Relativpunkten den Höchstwert für seine Mannschaft erzielen. Thomas Korell ist ebenfalls seit Jahren eine wichtige Stütze im Team des VfB. Mit starken 190 kg auf der Bank konnte er wichtige 453 Relativpunkte einfahren. Jan Grigat schaffte den Höchstwert der gesamten Liga, zumindestens auf der Waage. Aber auch die Lasten des 162 kg schweren Athleten konnten sich sehen lassen. 807,5 kg im Total brachten ihm 441 Relativpunkte. Immer wieder wichtig ist auch die Jugendförderung im Team der Klötzer. Jonas Beuter durfte zum wiederholten Male Bundesligaluft schnuppern und die Mannschaft absichern.

KSV Mainz 08 – 1.356,28 Punkte – Platz sechs

Einer der ganz großen Favoriten auf die ersten drei Plätze im Finale gastiert vorerst auf dem letzten Finalplatz. Giancarlo Marvrici absolvierte seinen letzten schweren Test vor den deutschen Meisterschaften. Mit 777,5 kg im Total und 494 Relativpunkten brachte der Bochumer dem KSV die meisten Punkte. Teamchef Andreas „5er Jones“ Koch konnte mit soliden 755 kg 432 Relativpunkte verbuchen. Die Kniebeuge bleibt für Milan Bogner ein Martyrium. Trotz des Materialwechsels blieb er am Erstversuch hängen. Auf der Bank und im Kreuzheben dagegen dann ein ganz anderes Bild, sechs Mal waren die weißen Lichter in der Überzahl. Für 707,5 kg bekam er 430 Relativpunkte. Ex- Wiesbadener Marc Heinrich meldete sich mit 424 Relativpunkten in diese neue Saison und sicherte die Mannschaft ab.

SV Motor Barth – 1.336,96 Punkte – Platz sieben

Für die erste große Überraschung sorgte der deutsche Mannschaftsmeister. Der SV Motor trat mit drei Tophebern an. Das mussten sie am Ende büßen. Andreas Reiz verletzte sich gleich im zweiten Versuch der Kniebeuge im Hüftbereich. Damit kam keine Totalwertung mehr zu Stande. Gute Besserung an Andreas von dieser Seite. Für Barth bleibt zu hoffen, dass er schnell wieder auf die Beine kommt und seine überragende Form wieder findet. Bester Heber wurde somit Eduard Tepper. Mit gewohnt stabilen 775 kg überzeugte er mit 516 Relativpunkten. Tobias Persen wird in seinen Versuchen immer sicherer und so musste er nur seinen letzten Versuch auf der Bank weglassen und den Einstieg im Kreuzheben. Für starke 805 kg bekam er 486 Relativpunkte. Da Sven Neuendorf frisch von einer OP kam und nur RAW heben konnte, mussten 334 Relativpunkte reichen. Noch ist für die Vinetastädter aber nichts verloren, sie haben noch genug Heber mit viel Potenzial, um noch den Sprung ins Finale zu packen.

Herrnburger AV 77 – 1.311,80 Punkte – Platz acht

Stabile Mecklenburger! Mit konstanten Leistungen bilden die Herrnburger die Mitte der Liga. Gastheber Sebastian Kienast lieferte mit 442 Relativpunkten den Höchstwert des HAV. Teamchef Sascha Krause und Catrin Resch brachten der Mannschaft im Gleichschritt 434 Zähler. Taro Langner sicherte mit 360 Punkten ab. Wenn Sascha seine Mannschaft zusammen hält und sie jedes Mal so ein Ergebnis einfahren können, sollte der Sprung in die erste Hälfte in Zukunft drin sein.

SG Randersacker – 1.289,98 Punkte – Platz neun

Daniel Härter rettet der SG Platz neun. Mit 805 kg und 475 Relativpunkten überzeugte er auf ganzer Linie. Marco Dömling ist und bleibt eine Bank für die Unterfranken. Seit mehr als 20 Jahren ist er an der Hantel. Dieses Mal gab es 420 Punkte für erbrachte 627,5 kg. Teamchef Janos Geerhardt und Junior Jonas Bausewein blieben dieses Mal noch unter der 400er Marke.

Sanssouci GYM Potsdam – 1.283,25 Punkte – Platz zehn

Die Brandenburger um Ron Kronschwitz verpassten knapp den Sprung in die obere Tabellenhälfte. Stärkster Athlet in Diensten des Sanssouci Gym war Matthias Simpig mit 445 Relativpunkten. Ron blieb mit 435 Relativpunkten weit unter seinen eigentlichen Möglichkeiten. Neuzugang Sebastian Gronschel überzeugte mit mannschaftsdienlichen 400 Punkten. Sicherheitsmann Thomas Krziwda platzte schon in der Kniebeuge und konnte der Mannschaft keinen Rückhalt mehr bieten.

TSV Katzwang – 1.267,57 Punkte – Platz elf

Die Mittelfranken um Thomas Ziegler mussten ebenfalls ein Loch verkraften. Andre Weißmann steigerte sich in der Kniebeuge um Kopf und Kragen und fiel am Ende aus. Armin Seynstahl verschaffte dem TSV die meisten Punkte. Bei einem Körpergewicht von 74 kg und 610 kg im Total machte das 437 an der Zahl. Ricardo Schunk bereitete sich auf die bevorstehenden deutschen Meisterschaften vor und bot solide 426 Relativpunkte. Thomas Ziegler ist nicht nur in der AK II, sondern auch in der Klasse bis 93 kg angekommen. Mit einer Leistung von 403 Punkten ist er der Mannschaft immer noch eine Hilfe.

Kölner AC 1882 – 1.267,07 Punkte – Platz zwölf

Der Kölner AC platzierte sich um nur 0,5 Pünktchen hinter die Mittelfranken. Stärkster Heber war hier Alexander Geitner. Der Neuzugang der Rheinländer überzeugte mit 450 Relativpunkten. Tim Konertz hob wie immer sehr mannschaftsdienlich und ließ nur den zweiten Versuch auf der Bank aus. 427 Relativpunkte steuerte er der Mannschaft bei. Dritter Mann in der Wertung war Christian Horn. Er ist wie Alex erst im letzten Jahr zu den Kölnern gestoßen. Der Classic Kaderathlet verbuchte 388 Zähler. Marian Cederberg sicherte das Mannschaftsergebnis mit 320 Punkten ab.

KSV Essen 1888 – 1.252,23 Punkte – Platz 13

Die Bundesliganeulinge aus´m Pott hoben dieses Mal noch ohne Gastheber und ohne Punktegarant Marc Hoffmann. Trotzdem schafften sie einen respektablen Einstand. Stefan Rzehak und Steffen Szammeit konnten 434 und 424 Relativpunkte für die Mannschaft erbringen. Tobias Tolksdorf blieb der Sprung über die 400er Marke dieses Mal noch verwehrt. Sebastian Schwarz flog nach drei ungültigen Versuchen gar ganz aus der Mannschaftswertung. Die erste Runde für den KSV ist geschafft, nun gilt es die Fehler zu beheben und in Runde zwei und drei nochmal eine Steigerung zu bringen.

FSV Magdeburg – 1.243,34 Punkte – Platz 14

Neue Führung bei den Jungs von der Börde, aber altes Bild in der Mannschaft. Gastheber Andreas Blank ist wieder in die Mannschaft gestoßen und machte auch prompt die meisten Punkte. Runde 800 kg brachten dem Superschwergewicht 444 Relativpunkte. Steven Podas hatte einige Probleme mit den Disziplinen Kniebeuge und Kreuzheben. Hier wollte je nur einen Versuch in die Wertung kommen. Der Schwergewichtler konnte 415 Relativpunkte erkämpfen. Tim Baldensperger und Sebastian Hieke erreichten die 400er Marke dieses Mal noch nicht.

SAV Erfurt – 1.232,43 Punkte – Platz 15

Und auch der zweite Neuling zahlte gleich in der ersten Runde Lehrgeld. Der SAV musste nach dem Kniebeugen ohne Oleg Geratz auskommen. Somit wurde Gastheber Steffen Heinze zum besten Mann der Thüringer. Er schaffte neun gültige Versuche und 425 Relativpunkte. Francesco Virzi ließ ebenfalls keinen Versuch auf der Strecke und machte 413 Relativpunkte. Federgewichtler Lucas Siegmund schrammte noch an der 400er Marke vorbei. Somit müssen sich die Erfurter mit Platz 15 begnügen. In den nächsten beiden Runden ist aber ein Sprung nach vorne möglich, wenn Oleg und Sascha Stern Punkte jenseits der 450er Marke in die Mannschaft bringen.

KG Bergen-Gostorf – 1.138,28 Punkte – Platz 16

So schnell kann es gehen. Letztes Jahr noch Finalplatz, dieses Jahr hängte die rote Laterne an der Kampfgemeinschaft aus Bergen und Gostorf. Ohne die Stammheber Alexander Hoffmann und Torsten Pfeiffer und der Verletzung von Rene Ullerich waren die Vorzeichen schon gänzlich schlecht. Dazu kam dann aber auch noch Pech in Form eines Loches von Ronny Schröder in der Kniebeuge. Rene Ullerich hob auf Grund eines Faserrisses RAW und schaffte so immerhin noch 406 Relativpunkte. Clemens Lück und Sven Schröder verpassten mit 383 bzw. 347 Relativpunkten die wichtige 400er Marke. In den nächsten beiden Runde müssen sich die Jungs von der Küste noch ordentlich steigern, um sich achtbar aus der Saison 2017 zu verabschieden.

 

Die zweite Runde findet nach der Pause im Februar am 11. März 2017 statt. Hier werden die Ausrichter, der KBV Bautzen, der KSV Essen, der KSV Mainz und  der VfB Klötze die zweite Runde einläuten. Lassen wir uns überraschen, wie die Mannschaften reagieren und welche Überraschungen noch zu erwarten sind.

 

Marc Bielau

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