Bericht von den Deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf mit Equipment vom 10. bis 12. Februar 2017 in Lauchhammer

Der AC Lauchhammer war dieses Jahr Ausrichter der Deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf mit Equipment. Am Start waren insgesamt 159 Athleten (davon 123 Männer und 36 Frauen). In die Wertung kamen 142 Sportlerinnen und Sportler.

Der AC Lauchhammer hatte im Vergleich zur letztjährigen Classic-DM im Kraftdreikampf eine andere Wettkampfstätte gewählt. Es waren ausreichend Aufwärmmöglichkeiten vorhanden. Auch die Halle war für eine derartige Sport-Großveranstaltung bestens geeignet. Wettkampfbühne, Rack, Wettkampfscheiben und Wettkampfstange waren einer Deutschen Meisterschaft würdig. Auch die ausgezeichnete Musikanlage, sowie die Videoleinwand kamen bei allen Anwesenden sehr gut an.

Das Team des ausrichtenden Vereins hatte sehr gute Vorarbeit geleistet und beste Wettkampfbedingungen geschaffen. Angefangen von den stets am Limit arbeitenden Team der Scheibenstecker, den zwei Wettkampfsprechern, der raschen Auswertung der Wettkampfdaten – dies ermöglichte auch die rasche Durchführung der Siegerehrungen – bis hin zu den Damen und Herren im Hintergrund, die sich der auftretenden Problemchen sofort annahmen und für eine rasche Lösung sorgten.

Während der drei Wettkampftage waren stets ausreichend Essen und Getränke vorhanden. Für die Ausrichtung dieser Titelkämpfe möchte ich mich bei den Mitgliedern des AC Lauchhammer im Namen des gesamten Vorstandes des BVDK ganz herzlich bedanken.

Und nun zum sportlichen Bereich:

Freitag, 10. Februar 2017

Der Wettkampf begann mit den Altersklassen II, III und IV der Männer.

In der Altersklasse IV waren leider nur zwei Athleten am Start. Seine herausragende Klasse demonstrierte hier der mehrfache Welt- und Europameister Kazimierz Michael Forys vom KSV Langen in der Klasse bis 93 kg mit 556 kg im Total. Im Kreuzheben schaffte er mit 236 kg sogar einen neuen Deutschen Rekord.

Herausragender Athlet der Altersklasse III war Andreas Petrenz vom AC Heros Berlin, dem im Leichtschwergewicht bis 83 kg mit 612,5kg im Total und 412,46 Relativpunkte gelangen. Ihm am nächsten kam in der gleichen Kategorie  Dieter Hundertmark vom KSV Team Harz mit 597,5 kg und 401,46 Punkten.

Deutsche Rekorde in dieser Altersklasse stellten in der Kniebeuge Gustav Weidmann vom HSV Weimer mit 248 kg und Johann Goldstein vom ACO Schrobenhausen im Kreuzheben mit 243 kg auf. Beide traten im Mittelschwergewicht bis 93 kg an.

In der Alterskategorie II kamen insgesamt sieben Athleten über 400 Relativpunkte. Gesamtsieger wurde hier mit einem Total von 705 kg und 442,88 Punkten Mario Schnurr vom KSV Renchtal in der Klasse bis 93 kg. Nur einen Wimpernschlag von 0,08 Punkten dahinter lag Matthias Siegle vom SV Fellbach, der das Mittelgewicht bis 74 kg mit 615 kg für sich entscheiden konnte. Mit „angezogener Handbreme“ kam Rolf Hampel vom AC Oppenau in der Kategorie bis 83 kg auf 635 kg und 425,70 Punkte.

Im letzten Veranstaltungsabschnitt des Freitags musste die Altersklasse I der Männer ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Nicht weniger als neun Athleten kamen über die magischen 400 Punkte. Gesamtsieger wurde Reiner Heinrich vom FSV Sarstedt, der im ersten Schwergewicht bis 105 kg auf 782,5kg im Gesamten und 471,69 Punkte kam. Hervorragend präsentierte sich auch Sven Rogalski vom VfB Klötze, der die Kategorie bis 93 kg mit einem Resultat von 735 kg und 462,90 Punkten für sich entscheiden konnte.

Samstag, 11. Februar 2017

Als erste Gruppe waren an diesem Tag die Frauen aller Altersklassen am Start.

Einzige Starterin der Altersklasse der Jugend B war Samantha Füßler vom Powerlifting Lauchhammer, der allerdings in der Kategorie plus 84 kg mit 121 kg und 125 kg im Kreuzheben zwei Deutsche Rekorde gelangen.

Bei den A-Jugendlichen ragten mit Viktoria Beilmann vom TSV Heiligenrode und Sandra Augustiniok von der TG Landshut zwei Athletinnen heraus. Viktoria schaffte in der Klasse bis 57 kg mit 135,5 kg in der Kniebeuge und mit dem Total von 330,5 kg zwei neue nationale Rekorde. Mit 383,51 Punkten sicherte sie sich den Gesamtsieg. Überragend auch die Leistung von Sandra Augustiniok im Mittelgewicht bis 72 kg. Im Classic-Stil hebend und in Vorbereitung auf die bevorstehende EM sprangen für sie ein Total von 382,5 kg und 363,88 Relativpunkte heraus.

Auch bei den Juniorinnen gab es zwei herausragende Sportlerinnen. Marie Hauschild vom KSV Weißensee hob mit insgesamt 400 kg in der Klasse bis 63 kg nicht nur neue Bestleistungen, sondern sicherte sich auch mit 434,32 Punkten den Gesamtsieg. Eine Gewichtsklasse höher kam Jasmin Scholz vom AC Lauchhammer auf sehr gute 420 kg im Total und 430,50 Punkte.

Auch in der Aktivenklasse der Frauen das gleiche Bild – zwei überragende Heberinnen. In der Klasse bis 72 kg konnte Nicole Fydrich vom BSC Rapid Chemnitz mit 460 kg den Einzel- und mit 469,48 Punkten den Gesamtsieg erringen. Einen großen Sprung nach vorne machte Rosina Polster vom SC Oberölsbach, die dieses Mal mit 62,70 kg Körpergewicht eine Klasse tiefer startete. Mit 430 kg Gesamtleistung und 463,5 Punkten zeigt der Leistungspegel weiterhin steil nach oben.

In der Altersklasse I der Frauen wurde die amtierende Europameisterin Bettina Heinzen vom KSV Bochum auch deutsche Titelträgerin. In der Kategorie bis 63 kg kam sie auf insgesamt 425 kg und 458,66 Punkte. Darüber hinaus waren 100 kg und 107,5 kg neue deutsche Rekorde im Bankdrücken. Ihr am nächsten kam Nicole Börsch vom AC Siegen – die jeweils im Bankdrücken und im Kreuzheben nur einen Versuch absolvierte – im Mittelgewicht bis 72 kg mit 435 kg.

Dominatorin der Altersklasse II war Ana Geitner vom USV TU Dresden in der Klasse bis 47 kg. Die nur 42,5 kg schwere Athletin sorgte in der Kniebeuge mit 112,5 kg und im Kreuzheben mit 150 kg (mehr als das 3-fache ihres Körpergewichts) für neue nationale Bestleistungen. 305 kg im Total und 439,25 Punkte können sich auch international sehen lassen. Nach längerer Pause ging Catrin Resch vom Herrnburger AV in der Klasse bis 52 kg wieder an die Hantel. Ihr Resultat: 330 kg Gesamtleistung und 429,13 Relativpunkte.

In der Altersklasse III der Frauen war mit Susanne Wischnewski vom SV Westerholt nur eine Sportlerin am Start. Mit 185 kg gewann sie die Klasse bis 63 kg.

Als zweite Gruppe starteten die Sportler der A- und B-Jugend der Männer.

Bei den B-Jugendlichen waren leider nur fünf Athleten am Start. Gesamtsieger wurde Jannes Wendlandt vom SV Motor Eberwalde mit 360 kg und 269,50 Punkte (Sieger der Klasse bis 74 kg) vor Max Marvin Krüger vom FC Rhein-Main Rüsselsheim mit 290 kg und 261,73 Punkten (Sieger der Klasse bis 59 kg).

Auch bei der A-Jugend mit insgesamt sechs Startern war das Feld doch recht überschaubar. In der Klasse bis 93 kg erreichte Patrick Lösel vom VfB Klötze mit 572,5 kg den Einzel- und mit 366,51 Punkten den Gesamtsieg.

Bei den anschließend Gruppe der männlichen Junioren – wobei die Gewichtsklassen bis 105 kg und bis 120 kg mit der Aktivenklasse der Männer am Sonntag mit an den Start gingen – machte Dennis Sauter vom Corpus Fitness Weightplayers im II. Schwergewicht mit 840 kg und 487,45 Relativpunkten einen großen Sprung nach vorne. Ihm am nächsten kam der bereits international erfahrene Christian Flueras vom Sanssouci Gym Potsdam, der die Kategorie bis 93 kg mit neuer persönlicher Bestleistung von 722,5kg gewann und auf sehr gute 459,22 Punkte kam. Die eigentlich als Favoriten gehandelten Viktor Beilmann vom TSV Heiligenrode und Maxim Schutan vom FSV Sarstedt pokerten an diesem Tag in der Kniebeuge zu hoch und brachten keinen gültigen Versuch in die Wertung.

Sonntag, 12. Februar 2017

Im Mittelgewicht bis 74 kg konnte sich Marius Milla vom TSV Heiligenrode in seinem ersten Aktivenjahr dank einer sehr guten Kreuzhebeleistung mit 655 kg knapp sich den Titel vor Patrick Schiffner vom KSC II Amberg mit 653 kg sichern. Patrick Schiffner stellte in dieser Klasse mit 190,5 kg und 193 kg zwei neue deutsche Rekorde im Bankdrücken auf.

Das Leichtschwergewicht bis 83 kg ging trotz Erkältung mit 810 kg an Max Lochschmidt vom AC Germania Schaffenburg-Schweinheim.

Überragender Athlet, nicht nur in der Klasse bis 93 kg, sondern auch der gesamten Titelkämpfe war Sascha Stendebach vom KSV Mainz. Mit 340,5 kg in der Kniebeuge, 271 kg beim Bankdrücken und dem Total von 946,5 kg erzielte er neue deutsche Rekorde. Mit 594,59 Punkten kratzte er nur ganz knapp an der magischen 600-Punkte-Grenze.

Auch der Titel im I. Schwergewicht bis bis 105 kg war eine klare Angelegenheit für Abdul-Tawab Durani vom TSV Heiligenrode. In seinem ersten Aktivenjahr schaffte er 855 kg und zeigte, dass noch deutlich Luft nach oben vorhanden ist.

Dominik Pahl vom TV Papenburg war mit der Vorgabe angereist, nach mehreren vergeblichen Versuchen, endlich die Norm für den A-Kader in der Kategorie bis 120 kg zu erreichen. Er schaffte dies überzeugend und erzielte 940 kg im Total.

Ein Novum in der Geschichte des deutschen Kraftdreikampfes gab es zum Abschluss bei den Superschweren plus 120 kg. Mit Kevin Koch vom KSV Team Harz, Kevin Jäger vom AC Siegfried Darmstadt und Florian Bittdorf vom KSV Zillbach gingen insgesamt drei Athleten an den Start. Trotz aller Bemühungen schaffte keiner in der Hantelkniebeuge einen gültigen Versuch ins Ziel zu bringen. Und so blieb das Podium bei der Siegerehrung unbesetzt.

Fazit

Mein Fazit zu diesen Titelkämpfen: Herausragende Ausrichtung mit viel Herzblut, ausgezeichnete sportliche Leistungen – wobei einige einfach zu hoch gepokert hatten – und sehr gute Atmosphäre. Es bleibt zu hoffen, dass der AC Lauchhammer auch künftig wieder Deutsche Meisterschaften ausrichten wird.

 

Anton Speth
Vizepräsident Sport im BVDK e. V.

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